07.01.2012

NZZ

Konrad Hummlers Doppelrolle wird heikel

Verwaltungsrat soll über sein Engagement entscheiden.

Durch die Wirren um SNB-Präsident Philipp Hildebrand ist in den letzten Tagen ein anderes relevantes Thema wenig beachtet geblieben: Die Klage gegen drei Wegelin-Bankiers in den USA. Den drei Bankiers wird vorgeworfen, amerikanischen Kunden geholfen zu haben, ihr unversteuertes Vermögen vor der US-Steuerbehörde zu verstecken. Insgesamt sollen so rund 1.2 Milliarden Dollar von gut 70 Kunden versteckt worden sein, wie verschiedene Medien am Mittwoch berichteten.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie sich diese Klage auf den geschäftsführenden Teilhaber von Wegelin und Verwaltungsratspräsidenten der "NZZ", Konrad Hummler, auswirkt. Für Hummler selbst ist diese Klage keine Überraschung, wie er am Mittwoch gegenüber nzz.ch sagte. Man habe angesichts des Standes der Verhandlungen mit den USA mit dergleichen rechnen müssen. Dass es in einem nächsten Schritt zu einer Klage gegen Wegelin kommt, glaubt Hummler nicht.

In Bezug auf sein Engagement als NZZ-Verwaltungsratspräsident sagt Hummler gegenüber NZZ Online: "Es ist am Verwaltungsrat der NZZ, darüber zu befinden, unter welchen Umständen ich als Verwaltungsratspräsident der NZZ-Mediengruppe zur untragbaren Belastung werde. Diese Frage werde ich dem Verwaltungsrat stellen".

Was bedeutet das? Muss nun der Verwaltungsrat aktiv werden und festlegen, ab welcher Eskalationsstufe Hummler sein Amt bei der NZZ nicht mehr ausüben soll? Oder wird Hummler diese Angelegenheit aktiv bei der nächsten VR-Sitzung traktandieren? Eine entsprechende Anfrage und eine zweite Nachfrage von persoenlich.com beantwortet Hummler über seine Medienstelle im selben Wortlaut wie bereits gegenüber NZZ Online: "Es ist am Verwaltungsrat der NZZ, darüber zu befinden, unter welchen Umständen ich als Verwaltungsratspräsident der NZZ-Mediengruppe zur untragbaren Belastung werde. Diese Beurteilung ist Gegenstand einer laufenden Lagebeurteilung im Rahmen der Auseinandersetzungen zwischen dem Finanzplatz Schweiz und den USA und nicht erst seit den letzten Entwicklungen." (eh)


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