Grossoffensive der Weltwoche gegen das Schweizer Fernsehen. Unter dem Titel «Grossbaustelle Schweizer Fernsehen» kritisiert Autor und TV-Experte René Hildbrand (Blick und persoenlich.com) den Leutschenbach-Sender. Sein Fazit: «Es holpert viel und funkelt wenig.»
Hildbrands Urteil ist grösstenteils vernichtend. SRF-Direktorin Nathalie Wappler habe es in zweieinhalb Jahren Amtszeit nicht geschafft, beim Schweizer Fernsehen Pflöcke einzuschlagen. «Dabei wäre das nach ihrem noch schwächeren Vorgänger Ruedi Matter ein Leichtes gewesen», so Hildbrand, doch «gegen die links-grünen Macher der Informationssendungen gibt sie sich machtlos. Wenn man den Sumpf austrocknen will, darf man nicht die Frösche fragen. Lieber killt Wappler trotz Milliardenbudget ohne Not beliebte Formate.»
Harsch kritisiert wird von Hildbrand auch Chefredaktor Tristan Brenn. Der Vorwurf: Im Gegensatz zu seinen Vorgängern Peter Studer und Filippo Leutenegger sei er zu wenig präsent und fassbar.
Lob für Einstein
In seiner dreiseitigen Titelgeschichte analysiert Hildbrand ausführlich die einzelnen Sendungen – von der «Arena» über die Informationssendungen bis zu den Unterhaltungsmagazinen und dem Sport.
Wenig Gnade finden die Moderatoren Sandro Brotz, Urs Gredig oder Barbara Lüthi, andere wie Bigna Silberschmidt, Andrea Vetsch und Cornelia Boesch stehen in Hildbrands Gunst. Überraschend gut kommt die Wissenschaftssendung «Einstein» weg, für den TV-Kritiker «die Perle im SRF-Programm». «Die Themen aus allen Wissensbereichen reichen von Ernährung bis zu emotionaler Intelligenz und superschlauen Tieren. Moderator Tobias Müller ist Supertalent und Sympathieträger gleichzeitig», so der langjährige Fernsehexperte.
Beim Sport, der in den vergangenen Jahren mit vielen Abgängen, aber auch dem Verlust wie beispielsweise der Champion-League-Spiele zu kämpfen hatte, hebt Hildbrand die beiden Moderatoren Rainer Maria Salzgeber und Sascha Ruefer hervor, die «letzten beiden Stars», die verblieben seien. «Ihre bestqualifizierten Kolleginnen und Kollegen haben einen Platz an der Sonne gesucht – und längst gefunden. Wen wundert's», so Hildbrands Schlusspointe. (ma)
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18.10.2021 09:20 Uhr
15.10.2021 12:36 Uhr
15.10.2021 08:06 Uhr


