14.10.2021

Weltwoche

Köppel-Blatt kritisiert Schweizer Fernsehen

Autor René Hildbrand rechnet in seiner Titelgeschichte mit SRF ab. «Es holpert viel und funkelt wenig», so das Fazit des langjährigen Fernsehkritikers. Trotzdem gäbe es Lichtblicke.
Weltwoche: Köppel-Blatt kritisiert Schweizer Fernsehen
Liefert in der aktuellen Weltwoche eine dreiseitige Analyse über SRF: René Hildbrand. (Bilder: SRF, Archiv)

Grossoffensive der Weltwoche gegen das Schweizer Fernsehen. Unter dem Titel «Grossbaustelle Schweizer Fernsehen» kritisiert Autor und TV-Experte René Hildbrand (Blick und persoenlich.com) den Leutschenbach-Sender. Sein Fazit: «Es holpert viel und funkelt wenig.»

Hildbrands Urteil ist grösstenteils vernichtend. SRF-Direktorin Nathalie Wappler habe es in zweieinhalb Jahren Amtszeit nicht geschafft, beim Schweizer Fernsehen Pflöcke einzuschlagen. «Dabei wäre das nach ihrem noch schwächeren Vorgänger Ruedi Matter ein Leichtes gewesen», so Hildbrand, doch «gegen die links-grünen Macher der Informationssendungen gibt sie sich machtlos. Wenn man den Sumpf austrocknen will, darf man nicht die Frösche fragen. Lieber killt Wappler trotz Milliardenbudget ohne Not beliebte Formate.»

Harsch kritisiert wird von Hildbrand auch Chefredaktor Tristan Brenn. Der Vorwurf: Im Gegensatz zu seinen Vorgängern Peter Studer und Filippo Leutenegger sei er zu wenig präsent und fassbar.

Lob für Einstein

In seiner dreiseitigen Titelgeschichte analysiert Hildbrand ausführlich die einzelnen Sendungen – von der «Arena» über die Informationssendungen bis zu den Unterhaltungsmagazinen und dem Sport.

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Wenig Gnade finden die Moderatoren Sandro Brotz, Urs Gredig oder Barbara Lüthi, andere wie Bigna Silberschmidt, Andrea Vetsch und Cornelia Boesch stehen in Hildbrands Gunst. Überraschend gut kommt die Wissenschaftssendung «Einstein» weg, für den TV-Kritiker «die Perle im SRF-Programm». «Die Themen aus allen Wissensbereichen reichen von Ernährung bis zu emotionaler Intelligenz und superschlauen Tieren. Moderator Tobias Müller ist Supertalent und Sympathieträger gleichzeitig», so der langjährige Fernsehexperte.

Beim Sport, das in den vergangen Jahren mit vielen Abgängen, aber auch dem Verlust wie beispielsweise der Champion-League-Spiele zu kämpfen hatte, hebt Hildbrand die beiden Moderatoren Rainer Maria Salzgeber und Sascha Ruefer hervor, die «letzten beiden Stars», die verblieben seien. «Ihre bestqualifizierten Kolleginnen und Kollegen haben einen Platz an der Sonne gesucht – und längst gefunden. Wen wundert's», so Hildbrands Schlusspointe. (ma)



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Kommentare

  • Pierre Rothschild, 18.10.2021 09:20 Uhr
    Das erreichbare Gute darf nicht Feind des unerreichbar Besten sein. Auf einem Mini-Markt muss die SRG viele Programme herstellen. In einem Markt, der halb so gross ist wie viele Mega-Metropolen dieser Welt. Der Kritiker soll genau hinschauen, dafür sind wir dankbar. Dass jedoch die SRG-Radio-Sender mehr und mehr amateurisch sind, wird übersehen. Besonders SRF 1 macht es sich mit belanglosem Geplauder sehr einfach.
  • Philipp Müller, 15.10.2021 12:36 Uhr
    Sicher ist, dass Rufer und Salzgebern andern vor der Sonne stehen.
  • Andi Neukomm, 15.10.2021 08:06 Uhr
    Herr Hildbrand erinnert sich als ü70 gerne an die guten alten Zeiten des analogen TVs. Vielleicht es einfach nur Zeit, sich zu entspannen und die Pension zu geniessen. Und ob Stellen bei mysports und blutv tatsächlich «ein Platz an der Sonne» sind, lasse ich unkommentiert.

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