21.05.2026

Radio SRF

Kritik am Kurs des Kulturradios

Die Halbierung der Marktanteile von SRF 2 Kultur innerhalb von fünfzehn Jahren sei hausgemacht. Ein Insider macht Managementfehler und fehlende Konzeption der Führung für die Krise verantwortlich.

Der Hörerverlust von SRF 2 Kultur liege nicht nur am Publikumsverhalten. Das sagt Marco Meier, ehemaliger DRS-2-Programmleiter, der den Sender von 2008 bis 2010 leitete, in einem Interview mit dem Magazin Kulturtipp. Neben dem Abbau von Sendungen und der umstrittenen UKW-Abschaltung kritisiert Meier vor allem die digitale Strategie: Neue Formate wie der «Kulturplatz Talk» seien in Wahrheit schlicht altbekannte Radiosendungen – bloss neu als digitales Format etikettiert.

Dass anspruchsvolle Inhalte nach wie vor ein Publikum finden, zeigten laut Meier Beispiele wie das französische France Culture, Die Zeit oder die WoZ. Trotz der Zusicherung von Generaldirektorin Susanne Wille, am Sender festzuhalten, fehle der SRG ein tragfähiges Konzept: «Sendungen zu streichen, ist die einfachste und schlechteste Lösung», sagte Meier dem Kulturtipp. Hinzu herrsche intern eine Kultur der Angst, die öffentliche Kritik ersticke. (nil)


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KOMMENTARE

Barbara Matti
12.06.2026 09:36 Uhr
Leider wirdbei SRF2 Kultur immer mehr gesprochen, als Musik gespielt. Meines Erachtens ist diese Tendenz in den letzten Jahren extremer geworden.
Victor Brunner
21.05.2026 12:36 Uhr
Wen wunderts? Auch bei "Kulturplatz" auf SRF ist die Kultur zweitrangig, im Vordergrund sind die Moderatorinnen und Moderatoren die sich immer penetrant ins Bild setzen. Anstelle Kulturvermittlung "Personality Show".
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