Reporter ohne Grenzen (ROG) protestiert gegen das Vorgehen der Neuenburger Justiz im Fall des "Le Matin"-Journalisten Ludovic Rocchi. Die Durchsuchung der Privaträume eines Journalisten sei ein Novum für die Schweiz, wie die Organisation in einer Medienmitteilung schreibt. Diese Aktion zeige auch, dass die Justiz zu allem bereit sei, um an die Quellen eines Journalisten zu gelangen - selbst wenn die Pressefreiheit tangiert werde.
Seine Wohnung wurde gestern Dienstag durchsucht, dabei wurden EDV-Geräte und Unterlagen, die zum Teil auch Rocchis Frau gehören, beschlagnahmt (persoenlich.com berichtete). Ausserdem beschlagnahmten die Tessiner Behörden im Auftrag der Neuenburger Justiz Rocchis Laptop, denn der Journalist arbeitet aktuell am Filmfestival in Locarno.
Ursache für dieses Vorgehen ist eine Klage wegen übler Nachrede und Verleumdung gegen Rocchi, die ein Professor der Wirtschaftsfakultät der Universität Neuenburg eingereicht hat. Rocchi hatte 2012 für "Le Matin" über eine Plagiatsaffäre an der Universität berichtet, in die der Professor laut der Zeitung verwickelt sein soll. (pd)

