16.12.2004

Zeitungszustellung

Lahme Post

Die Ostschweiz erhält welsche Zeitungen mit Verspätung.

Westschweizer Zeitungen kommen in St. Gallen nur noch mit einem Tag Verspätung an. Wer an einem Kiosk in der Ostschweiz eine welschen Zeitung kaufen will, erhält nur die Ausgabe vom Vortag. Und auch Abonnenten bekommen seit einiger Zeit keine aktuellen welschen Tageszeitungen mehr, schreibt die NZZ.

Man könne die St. Galler Kioske nicht mehr rechtzeitig mit welschen Tageszeitungen bedienen, weil die Post den entsprechenden Service eingestellt habe, sagte die Deutschschweizer Kiosk- Betreiberin Valora gegenüber der NZZ. Die Abonnenten erhielten ihre Westschweizer Zeitungen erst verspätet, weil die Post nicht gewährleisten kann, dass sie rechtzeitig in die St. Galler Briefkästen kämen, so die welschen Verleger.

Im August dieses Jahres hat die Schweizer Post ein neues Distributionssystem eingeführt, bei dem die Zeitungen nicht mehr mit der Bahn, sondern mit Camions transportiert werden. Zudem seien fünf Postzentren, sogenannte "Hubs", geschaffen worden, über welche die ganze Presseverteilung laufe.

Pikanterweise fand der Westschweizer NZZ-Korrespondent Christoph Büchi in der welschen Schweiz das "St. Galler Tagblatt" vom Tag. „Es sieht also so aus, als sei der Weg von der Ostschweiz in die Westschweiz kürzer als jener vom Westen in den Osten“, folgert er.

Des Rätsels Lösung besteht darin, dass das "St. Galler Tagblatt" sich entschlossen hat, für die ausserhalb des Ostschweizer Einzugsgebiets gelegenen Regionen eine Fernausgabe zu drucken. Die welschen Verlage, deren Redaktionen traditionell etwas spätere Abschlusszeiten hätten als die Deutschschweizer und im Gegensatz beispielsweise zum "St. Galler Tagblatt" kein Kopfblattsystem praktizieren, mochten sich nicht zu einer solchen Lösung durchringen.


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