Neben Print, Online und Mobile setzt die Beobachter-Gruppe ihre Beratungskompetenz neu auch im Fernsehen zur Verfügung. persoenlich.com hat sich mit mit Helmut Stalder, Stv. Chefredaktor und Leiter Beobachter TV über das neue Projekt unterhalten.
Herr Stalder, wie ist die Idee entstanden, ein Life-Coaching-Magazin zu lancieren?
Der Beobachter will seine Beratungskompetenz auf einem weiteren Kanal zur Geltung bringen, neben der Zeitschrift, dem Beratungszentrum und unseren Online-Aktivitäten. Fernsehen ist für uns im Zeitalter crossmedialer Angebote die ideale Ergänzung. Ein Life-Coaching-Format ist in dieser Form und "Made in Switzerland" eine Innovation. Es eignet sich, nutzwertigen Inhalt unterhaltsam zu vermitteln und ein jüngeres Publikum zu gewinnen.
Sie möchten also insbesondere jüngere Menschen ansprechen. Gibt es Anzeichen, dass die jüngeren Menschen gerade in der heutigen Zeit, ein erhöhtes Bedürfnis nach einem Coaching haben? Oder weshalb sind Sie gerade jetzt mit BeobachterTV gestartet?
Fernsehpläne hatte der Beobachter schon länger auf dem Radar. Und SRF fand, dass wir für ein Beratungsformat der richtige Partner sind. So trafen sich die Interessen. Das Bedürfnis nach Beratung, Unterstützung und Service wächst ganz generell, weil sich die Welt sehr dynamisch verändert und das Leben stets komplizierter wird. Bei jüngeren Menschen, die aktiv im Leben stehen, ist das besonders ausgeprägt.
Sie arbeiten mit SRF zusammen. Mit welchem Konzept haben sie das Leutschenbach überzeugt? Wie sieht das Konzept von BeobachterTV konkret aus?
Das Konzept ist in enger Zusammenarbeit der beiden Partner Beobachter und SRF sowie der Produktionsgesellschaft Faro TV entstanden. Wir wollen interessante und unterhaltende Sendungen mit einem hohen Nutzwert für die Zuschauer machen. Dazu beraten und begleiten erfahrene Beobachter-Experten eins zu eins Menschen in herausfordernden Lebenslagen nach dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe". In der ersten Staffel "Start-up" geht es ums Abenteuer Selbständigkeit, in der zweiten ums Thema "besser wohnen"
Die erste Sendung drehte sich um zwei Jungunternehmer. Die zweite um einen Velohändler. Was für Kriterien müssen die Kandidaten erfüllen, um die Unterstützung vom Expertenteam von BeobachterTV zu erhalten?
Die Kandidaten müssen eine interessante Geschäftsidee und echten Beratungsbedarf haben, kommunikativ sein und sich auch aufs Fernsehmachen einlassen wollen. Die Probleme, vor denen sie stehen, sollten beispielhaft sein, so dass das Publikum aus jeder Sendung etwas mitnehmen kann.
Was werden in der zweiten Staffel "besser wohnen" für Kandidaten gesucht?
Wir suchen sehr breit, um für acht Folgen eine interessante Mischung zu bekommen: Leute, die ihren Wohntraum verwirklichen wollen und einen Albtraum erleben. Solche, die sich mit Architekten, Handwerkern, Nachbarn, Vermietern oder Behörden herumärgern. Menschen, die umbauen, renovieren, energetisch sanieren oder ihre Wohnsituation sonst wie verbessern wollen und Rat brauchen.
Gibt es bereits eine Warteschlange oder ist es schwierig, Protagonisten zu finden?
Wir haben für Start-up rund 150 Bewerbungen geprüft und etwa die Hälfte der Kandidaten zum Casting eingeladen. Aus diesen haben wir jene acht Start-up-Fälle ausgewählt, bei denen innerhalb der Drehzeit von etwa zweieinhalb Monaten ein Schritt auf eine Lösung möglich ist.
Wie zufrieden sind Sie persönlich mit der ersten Sendung? Was soll noch besser werden?
Das Storytelling gefällt mir, das Format funktioniert. Eine Beratungssendung ist aber immer ein Balanceakt. Es gilt ja, komplexe und an sich trockene Information in eine konsumierbare Form zu bringen. Bei der Vermittlung der harten Fakten und Ratschläge können wir noch besser werden.
Wie kommt BeobachterTV beim Publikum an?
Für eine wirklich aussagekräftige Einschätzung ist es noch zu früh. Was wir bisher von Zuschauern hören, tönt jedenfalls ermutigend.
Sind Follow-Ups geplant sprich werden die Zuschauer je erfahren, ob bspw. Darko und Moris tatsächlich durchgestartet sind?
Wir sind natürlich selber gespannt, ob die "Hilfe zur Selbsthilfe" Früchte trägt. Konkret eingeplant sind Follow-ups noch nicht. Aber wir bleiben dran.
Interview: Corinne Bauer
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