Das Druckzentrum Oetwil am See ZH (DZO) hat ausgedient. Nach dem Druck der letzten Zeitungen der Zürcher Oberland Medien AG wurde das Werk am frühen Donnerstagmorgen für immer geschlossen. Gedruckt werden der "Zürcher Oberländer", der "Anzeiger von Uster" und die Wochenzeitung "regio.ch" neu im Tamedia-Druckzentrum Bubenberg in Zürich. Dasselbe gilt für die "Zürichsee-Zeitung" und den "Zürcher Unterländer". Die Verlegung des Druckortes erfolgte schrittweise.
Im Druckzentrum Bubenberg werden unter anderem "Tages-Anzeiger", "20 Minuten", "SonntagsZeitung", "Finanz und Wirtschaft", "Der Landbote", "Tagblatt der Stadt Zürich" und das Migros-Magazin" gedruckt. Die Druckkapazitäten seien genügend gross, um die die zusätzlichen Landzeitungen zu drucken, sagte Christoph Zimmer, Mediensprecher von Tamedia, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Kleinere Investitionen hätten lediglich für Anpassungen bei der Weiterverarbeitung getätigt werden müssen.
Grosse Überkapazitäten im Zeitungsdruck
Die Schliessung des DZO hatte Tamedia bereits im vergangenen Oktober angekündigt. Begründet wurde der Schritt damals mit den gesamtschweizerisch generell grossen Überkapazitäten im Zeitungsdruck. Diese Überkapazitäten seien im Raum Zürich besonders gross, sagte der Tamedia- Sprecher. Zwei Druckzentren auf engem Raum zu betreiben, sei deshalb ökonomisch nicht sinnvoll. Im Druckzentrum Bubenberg könne zudem günstiger produziert werden als bisher. "Die Druckkosten sind hier um einen zweistelligen Prozentbetrag tiefer", erklärte Zimmer. Das sei für Tageszeitungen, die wegen des Inseratenrückgangs unter Druck stehen, ein wesentlicher Beitrag zur Wirtschaftlichkeit.
Nur noch drei Druckzentren
Die Schliessung des Druckzentrums ist Teil einer langfristigen Druckstrategie von Tamedia und dem Westschweizer Medienhaus Edipress, das 2013 vollständig ins Zürcher Medienhaus integriert wird. Um möglichst nahe bei den Kunden zu produzieren und die Transportwege kurz zu halten, wird der Zeitungsdruck auf die drei Druckzentren Zürich, Bern und Bussigny konzentriert. In Bussigny wird schon bald auch ein Teil der Druckmaschinen aus Oetwil am See stehen. "Wir wollen das Druckzentrum in der Romandie aufrüsten und modernisieren", sagte Zimmer. Das DZO hatte noch 2005 rund 30 Millionen Franken in eine neue Druckmaschine investiert.
Von der Stilllegung des DZO sind 96 Mitarbeitende betroffen. Davon wurden 16 vorzeitig pensioniert, 18 haben eine Anstellung im Druckzentrum Bubenberg erhalten. Was mit den Produktionsräumen in Oetwil am See geschieht, ist noch offen. Derzeit seien keine Verhandlungen mit konkreten Interessenten im Gange, sagte Zimmer. "Wir haben Zeit". Der Abbau der Druckmaschinen werde einige Monate dauern. Die DZO Druck Oetwil am See war 1989 von der Zürichsee Medien AG und der Gasser + Co. - zwei regionalen Zeitungsverlagen - gegründet worden. Später + traten auch die Herausgaber des "Zürcher Oberländer" und "Zürcher Unterländer" als Aktionäre bei. Mit der Übernahme der "Zürichsee-Zeitung" und dem "Zürcher Unterländer" im April 2010 ging das DZO an Tamedia über. (sda)

