26.02.2008

Peter Hartmeier

Lobbying für TeleZüri

"Tagi"-Chefredaktor kritisiert Schaffhauser Regierung.

Die Schaffhauser Regierung hat sich vergangene Woche nicht für eine Konzessionsvergabe an TeleZüri, sondern an Tele Top ausgesprochen. Diesen Politentscheid nahm "Tages-Anzeiger"-Chefredaktor Peter Hartmeier zum Anlass, in einem Anflug von Konzernjournalismus in den "Schaffhauser Nachrichten" eine Lanze für seine Kollegen von TeleZüri zu brechen. Der Tamedia-Führungsmann, der selber in Schaffhausen wohnt, gerät in seinem Kommentar über die -- im Gegensatz zu seiner Konkurrenz natürlich -- "immensen" Einschaltquoten des Tamedia-Senders ins Schwärmen.

In seinem Kommentar kritisiert Hartmeier die Stellungnahme der Munot-Regierung als "fundamentalen Fehlentscheid, mit dem sich Schaffhausen von Zürich isoliert". Er ist für ihn nur ein weiterer Beweis, wie wenig sich die Regierung als Teil der "Greater Zurich Area" versteht. "Die Politiker kennen offensichtlich die Mentalität der meist ambitionierten Pendler aus dem Raum Schaffhausen nicht", so sein Schluss.

Die Gemeinschaft Schaffhauser Fernsehen/TeleZüri könnte laut Hartmeier vom ersten Tag an ein professionelles Schaffhauser TV-Programm verwirklichen, das nach unabhängigen journalistischen Kriterien gemacht würde. Er vermutet deshalb hinter dem regierungsrätlichen Entscheid gar, dass es just die journalistische Unabhängigkeit der Gemeinschaft Schaffhauser Fernsehen/TeleZüri ist, welche der Politik nicht passte.

Für Hartmeier hat die Stellungnahme des Regierungsrates auch eine persönliche Note: Er schreibt, dass er immer wieder die Frage beantworten müsse, weshalb er eigentlich in Schaffhausen und nicht am Zürichsee wohne. "Die Frage ist nach dem jüngsten Entscheid des Regierungsrates schwerer zu beantworten als bisher", so Hartmeier, dessen Hoffnungen nun auf dem Bundesrat ruhen.


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