27.01.2011

SRG

Lösung im Streit um Strategie?

Kurt W. Zimmermann fordert Mediensteuer und Werbeverbot.

In der Debatte um die künftige Ausrichtung der SRG vertritt Kurt W. Zimmermann eine neue Idee. Seine Forderung: Die SRG soll die gewünschte Mediensteuer bekommen, jedoch keine Werbung mehr verkaufen dürfen.

In der aktuellen Ausgabe der "Weltwoche" begründet Zimmermann seine Forderung. Er sieht die SRG in einem Dilemma. Der Konflikt bestehe darin, dass die Organisation zwei neue Geschäftsmodelle entwickeln muss: Einerseits muss sie das künftige Gebührenmodell festlegen. Andererseits braucht sie ein Modell für ihr Programm im Internet. Hier muss geklärt werden, inwiefern für redaktionelle Inhalte und Werbung Geld verlangt werden kann. Zimmermann sieht in diesem Dilemma das grosse Problem der SRG. "Das Schweizer Fernsehen leidet an unheilbarer Schizophrenie. Sie ist unheilbar."

Die eine Seite dieser "unheilbaren Schizophrenie" gründe darin, dass die SRG durch die öffentlichen Gelder zu Qualität, Information. Kultur und Bildung verpflichtet sei. Sie müsse aufwändige, hochstehende Sendungen anbieten, welche nicht unbedingt hohe Zuschauerquoten einbringen würden. Als Beispiel führt Zimmermann die Sendung "Kulturplatz" an, welche eines der teuersten Wochenmagazine auf SF1 sei, aber keine zehn Prozent Marktanteil erreiche. Auf der anderen Seite muss die SRG Werbeeinnahmen generieren, was nur über hohe Zuschauerquoten geschehen kann und die SRG somit zu Boulevard verpflichtet. "Music Star" und "Deal or no Deal" seien typische Formate, die das Diktat der Quote umsetzen würden.

"Qualitätsanspruch und Boulevard – beides geht nicht unter einen Hut", folgert Zimmermann. Deshalb sei die Lösung einfach: Die SRG solle die gewünschte obligatorische Mediensteuer erhalten. Zimmermann rechnet, dass damit die Einnahmen beträchtlich wachsen würden. Im Gegenzug sollen künftig alle SRG-Angebote werbefrei werden. Dieses Werbeverbot würde das Problem der SRG lösen, denn sie könne so ihr Programm vollständig nach dem öffentlichen Auftrag ausrichten und müsse nicht dauernd auf hohe Marktanteile zielen.

Laut Zimmermann ist diese Lösung weder ein finanzielles Risiko, noch birgt sie Risiken im Internet-Konflikt mit den Verlegern. Einzige Zweifel bringt er bei der Frage an, inwiefern diese Lösung politisch durchgesetzt werden wird. (eh)


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