Der mit 10‘000 Franken dotierte Hauptpreis geht an Markus Spörndli für seine Reportage «Die Eltern auf dem Bildschirm», wie es in einer Mitteilung heisst. Er stellt in seiner Reportage über die Entwicklung in Bangladesch, die in der «Wochenzeitung WOZ» erschienen ist, eine Familiengeschichte in den Mittelpunkt. Das Land stehe für ausgebeutete Fabrikarbeiterinnen und dafür, dass die Hälfte seines Gebiets jährlich einmal überschwemmt wird. Doch die Statistiken vermittelten auch ein hoffnungsvolles Bild eines Landes mit einer Geburtenrate von 2,1 pro Frau, einer Lebenserwartung von über 70 Jahren und einer Frauenquote an den Universitäten nahe bei 50 zu 50. «Spörndli wirft einen zweiten Blick auf scheinbar Bekanntes und macht verständlich, welch hohen Preis ganze Generationen bezahlt haben und immer noch bezahlen, bis die Statistiken so hoffnungsvoll stimmen konnten», lässt sich Jury-Mitglied Hansi Voigt in der Mitteilung zitieren.
Michael Schilliger wird laut Mitteilung mit dem Förderpreis von 5‘000 Franken ausgezeichnet. In seiner Reportage «Wem gehört Südafrika?», die in der «Neuen Züricher Zeitung» erschienen ist, geht Michael Schilliger 25 Jahre nach dem Ende der Apartheid der Frage nach: «Wem gehört das Land?». In seiner fundiert recherchierten Reportage zeige er, weshalb klare Antworten auf die Landfrage schwer zu bekommen sind. «Die Stärke seiner Reportage liegt in seinem emphatischen und vorurteilsfreien Blick auf die Menschen, mit denen er diesem vielschichtigen und geschichtsträchtigen Thema nachgeht», so Jury-Mitglied Christina Stucky über die Reportage.
Die Arbeiten der beiden Preisträger, aber auch die von allen Nominierten, sind auf der Real21-Website zum Nachlesen zu finden. (pd/lol)

