Der ehemalige Konzernchef des Zürcher Verlagshauses Tamedia, Martin Kall, angelt sich ein weiteres Top-Mandat: Er ist laut der Zeitung "Schweiz am Sonntag" für die Wahl in den Aufsichtsrat der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) vorgeschlagen. Im Juni soll der gebürtige Deutsche in das Gremium gewählt werden. "Ich muss ja was tun", sagt Kall, der nie um einen Spruch verlegen ist. In Frankfurt trifft Kall auf Tobias Trevisan: Der Basler ist seit 2006 Geschäftsführer der FAZ, nachdem er zuvor unter anderem für die "Neue Zürcher Zeitung" tätig war.
Martin Kall hat die Zürcher Tamedia zehn Jahre lang geführt. Unter seiner Leitung expandierte das Unternehmen wie kein anderes Verlagshaus und übernahm zahlreiche Zeitungen. Kall soll, wie seit längerem bekannt ist, an der nächsten Generalversammlung in den Verwaltungsrat der Tamedia gewählt werden. FAZ und Tamedia: Das sind nicht die einzigen Mandate. Kall wird auch Mitglied des Gesellschafterrats bei der WAZ-Mediengruppe ("Westdeutsche Allgemeine Zeitung").
Somit ist auch klar: Kall wird, obwohl erst 52-jährig, zumindest auf absehbare Zeit keinen CEO-Job antreten. Das wäre mit den drei VR-Mandaten nicht vereinbar. Kall bestätigt diese Absicht und kündigt gegenüber der "Schweiz am Sonntag" gleich noch ein viertes wichtiges Mandat an, ohne Näheres dazu zu sagen: "Das wird im Juli bekannt werden, und diesmal geht es nicht um die Medienbranche." (Schweiz am Sonntag)
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