06.05.2014

Publisuisse

Mediavision über "Medien und Marken 2020"

Von künftigen Herausforderungen und veränderten Kundenbedürfnissen.
Publisuisse: Mediavision über "Medien und Marken 2020"

"Medien und Marken 2020" war das Thema der diesjährigen Mediavision, die am frühen Dienstagabend in den Studios von Schweizer Radio und Fernsehen stattgefunden hat. Nationale und internationale Marketing- und Medienexperten setzten sich in ihren Fachreferaten mit Fragen nach den zukünftigen Herausforderungen in der Branche und den veränderten Kundenbedürfnissen auseinander, heisst es in einer Medienmitteilung.

"Context is king"
Den Anfang machte Martin Lindstrom, international anerkannter Markenexperte aus Dänemark und der erste Besitzer eines grünen Legosteines. Lindstrom, der im zarten Alter von zwölf Jahren seine erste Werbeagentur gründete, widmete sich in seinem Referat der Zukunft von Marken.

Er betonte, dass Marken nur in unseren Köpfen haften bleiben, wenn sie im richtigen Kontext auftauchen. "Es macht keinen Sinn, in der Werbeunterbrechung eines James-Bond-Filmes für ein Entspannungsbad zu werben." Werbung müsse immer zu unserer Stimmung passen. "Je mehr man dabei den Konsumenten in die Marke involviert, desto grösser ist der Erfolg einer Kampagne", führte Lindstrom weiter aus. Dies veranschaulichte der Marketing-Fachmann anhand eines Beispiels aus den USA: Tide, eine amerikanische Waschmittelmarke, schickte nach dem Hurrikan Katrina seine Mitarbeiter in die betroffenen Gebiete, wo sie den Opfern halfen, ihre Wäsche zu waschen. "Diese Leute werden sich ihr Leben lang an die Marke Tide erinnern", so Lindstrom.

Die neue Normalität
Auf Lindstrom folgte Martin Schneider, Direktor von Publisuisse. Er stellte in seinem Referat die neusten Erkenntnisse aus der Studie "Medien der Zukunft 2020" vor. Die Studie berücksichtigt verschiedene Perspektiven und kombiniert Ergebnisse aus Experteninterviews sowie Befragungen von Konsumenten und Akteuren der Werbewirtschaft.

Die Resultate zeigen, dass durch die Verbreitung von zusätzlichen Nutzungsgeräten auch die Parallelnutzung weiter ansteigt. "Interessanterweise finden die Parallelepisoden aber eher selektiv statt", erklärte Schneider. "Die gleichzeitige Nutzung von TV und beispielsweise dem iPad findet jeweils nur kurz statt und nicht bei wichtigen, interessanten Inhalten", führte der Gastgeber der Veranstaltung weiter aus. 

Dass wir überall auf verschiedenen Devices online und ständig erreichbar sind, wurde für uns zu einer Selbstverständlichkeit. "Die Revolution ist vorbei, wir befinden uns im Moment in einer 'Post-Hype-Phase'."

Roger de Weck, Generaldirektor der SRG, ging nach Schneiders Präsentation auf die Veränderung des Medienangebots aufgrund der Digitalisierung ein und stellte entsprechende Projekte vor, welche auf den SRG-Programmen umgesetzt wurden. So sei beispielsweise "The Voice of Switzerland" während 24 Stunden auf den verschiedensten Kanälen erfolgreich gewesen. Zudem wies de Weck auf die Werbemöglichkeiten in den SRF-Live-Streams hin. 

Kundenprozess stärker berücksichtigen
Marcus Schögel, Direktor des Instituts für Marketing an der Universität St. Gallen, betonte in seinem Referat mit dem Titel "No Line Management als Weg in die Zukunft der Medien", dass erfolgreiches Marketing in Zukunft noch mehr den gesamten Kundenprozess von der Suche über den Kauf hin zur Nutzung und zum Wiederkauf berücksichtigen müsse. Dabei sollten Interaktionen aktiv gestaltet, Potenziale frühzeitig erkannt und schliesslich neue Wege aktiv beschritten werden.

Durch die Veranstaltung führte wie schon im Jahr zuvor Urs Gredig, SRF-Korrespondent in Grossbritannien. Im Anschluss an die Mediavision fand die Swiss Effie 2014 Award-Verleihung statt (persoenlich.com berichtete). (pd/set)

Die Referate als Video-Stream oder als PDF sowie Bildmaterial finden Sie in der kommenden Woche auf www.publisuisse-mediavision.ch. 

 


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