Der Bertelsmann-Konzern hat im ersten Halbjahr trotz sinkender Umsätze sehr profitabel gearbeitet. Der Konzernumsatz sank zwar
in den ersten sechs Monaten um 1,9 Prozent auf 7,43 Mrd. Euro, wie der Konzern am Freitag mitteilte.
Das operative Ergebnis habe mit 768 Mio. Euro aber einen Rekordwert erreicht nach 730 Mio. Euro im Vorjahr. Unter dem Strich blieb ein Konzerngewinn von 419 Mio. Euro. Das sei das beste Resultat seit 2002, hiess es. Vor einem Jahr hatte der grösste Medienkonzern Europas erst 350 Mio. Euro verdient.
RTL und Random House überzeugten
Besonders die TV-Gruppe RTL und die Verlagsgruppe Random House hätten zu dem guten Resultat beigetragen. Die RTL Group, die rund ein Drittel der Umsätze und zwei Drittel der Gewinne erwirtschaftet, steigerte ihr Ergebnis (Operating Ebit) um 9 Prozent auf 545 Mio. Euro. Dabei halfen Kostensenkungen und ein starkes Deutschland-Geschäft der RTL Gruppe.
Zur RTL Gruppe gehören neben dem internationalen Produktionsunternehmen FremantleMedia 53 Fernseh- und 28 Radiostationen in zehn Ländern. In Deutschland zählen dazu RTL, Vox, RTL II, Super RTL, RTL Nitro und n-tv.
"Inferno" füllt die Kassen
Freude macht Bertelsmann auch das Buchgeschäft: Dank neuer Bestseller wie Dan Browns "Inferno" übertraf die Sparte das bereits hohe Ergebnis des Vorjahreszeitraums. Der Betriebsgewinn der Verlagstochter Random House legte um knapp vier Prozent auf 117 Mio. Euro zu. Die Sparte wurde nach Ablauf des ersten Halbjahrs mit der Pearson-Tochter Penguin zum Weltmarktführer fusioniert, an dem Bertelsmann die Mehrheit hält.
Europas grösster Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr konnte sein Ergebnis leicht steigern. Einbrüche verzeichnete Bertelsmann im Druckereigeschäft - die gesamte Branche leidet unter Auftragsrückgängen angesichts der zunehmenden Abwanderung von Kunden ins Internet. (sda/dpa/Reuters)

