02.05.2011

Berlusconi

Medienmogul erneut vor Gericht

Auch US-Filmproduzenten in Verfahren involviert.

Der wegen Korruption und Steuerbetrug beschuldigte italienische Regierungschef Silvio Berlusconi ist am Montag zum dritten Mal in einem Monat vor Gericht erschienen. Der 74-jährige Medienmogul und Milliardär kam in den Mailänder Justizpalast für eine weitere Anhörung in dem Mediatrade- Vorverfahren. Dabei geht es um Steuervergehen im Zusammenhang mit dem Ankauf von Filmrechten. Bei einer früheren Anhörung hatte der Chef der italienischen Mitte-Rechts- Regierung die Anschuldigungen gegen ihn als lachhaft abgetan. Auch diesmal attackierte er bei seiner Ankunft die Staatsanwaltschaft. "Die Vorwürfe gegen mich sind eine pure Erfindung. Sie bezeugen wieder einmal den Willen der Staatsanwälte, mir politisch zu schaden", sagte der Premier. Vor dem Gericht versammelten sich einige Dutzende Anhänger Berlusconis, die Slogans für den Medienzaren skandierten.

Im Gegensatz zu den anderen drei Prozessen, die gegen ihn laufen, ist das Mediatrade-Verfahren noch nicht offiziell eröffnet. Verwickelt in das Verfahren ist auch Berlusconis Sohn Piersilvio. Insgesamt wird gegen zwölf Personen ermittelt, darunter den US-Filmproduzenten Frank Agrama, drei Manager von Mediaset und zwei Bürger Hongkongs. Mit Hilfe Agramas soll Berlusconis Gruppe nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Filmrechte zu überhöhten Preisen gekauft haben, um Schwarzgeld auf geheimen Bankkonten hinterlegen zu können. Auf Bankkonten in Steuerparadiesen sollen so 34 Millionen Dollar angehäuft worden sein. Das Gericht in Mailand muss über die Eröffnung eines Prozesses gegen Berlusconi entscheiden.

Bereits am kommenden Montag wollte Berlusconi in einem weiteren seiner Prozesse anwesend sein. Dabei geht es um die ihm vorgeworfene Bestechung des britischen Anwalts David Mills. (sda)


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