Das Schweizer Medienunternehmen Ringier hat im vergangenen Jahr zum sechsten Mal in Folge ein Rekordergebnis erzielt. Der Gewinn stieg um über 50 Prozent auf 102,7 Mio. Franken, der Umsatz um 9 Prozent auf 1,458 Mrd. Franken. Das Ergebnis sei "sehr zufriedenstellend", sagte Konzernchef Martin Werfeli am Donnerstag vor den Medien in Zürich. Der grösste Umsatzanteil sei mit 880,8 Mio. Franken erneut in der Schweiz erwirtschaftet worden.
Besonders stark gewachsen ist mit einem Umsatzplus von 16,4 auf 58,2 Mio. Franken der Bereich elektronische Medien. Beim Verlagsgeschäft sank der Umsatz um 2,1 Prozent auf 557,7 Mio. Mio.Franken. Mit den Zeitungen erwirtschaftete Ringier einen Umsatz von 190,8 Mio. Franken. Der Rückgang um 1,4 Prozent sei im Vergleich mit andern Verlagen ein "erfreuliches Resultat", sagte Werfeli. Während die Anzeigenumsätze um 6,3 Prozent zulegten, gingen die Vertriebserlöse als Folge sinkender Auflagen um 2,7 Prozent zurück.
Leser halten Blick für gewöhnungsbedürftig
Laut Werfeli konnten "Blick", "SonntagsBlick", "heute" und das "SportMagazin" trotz Konkurrenz durch das Internet, Gratiszeitungen sowie der zusätzlichen Sonntagsausgabe der "Mittelland Zeitung" ihre Postion behaupten. Noch nicht äussern wollte sich der Konzernchef über die Auswirkungen der Neugestaltung von "SonntagsBlick", "Magazin" und "Blick". Für eine Beurteilung sei es noch zu früh. Der neue "Blick" in einem Bund sei bei den Lesern noch gewöhnungsbedürftig, dagegen habe die Werbewirtschaft positiv reagiert.
Bei den Zeitschriften resultierte nach dem Verkauf von 12 TV-Programmzeitschriften ein Umsatzrückgang von 2,1 Prozent auf 227,9 Mio. Franken. Dagegen stieg der Anzeigenumsatz um 6,3 Prozent. Die Investitionen lagen mit 123,8 Millionen Franken deutlich über dem Vorjahreswert von 88,7 Millionen. In der Schweiz wurde etwa in die Modernisierung der Zeitungsdruckerei Ringier Print Adligenswil oder die Beteiligung an Radio Energy investiert.
Rote Zahlen nur in der Ukraine
Einen markanten Umsatzzuwachs von 17,7 Prozent auf 506,3 Mio. Franken verzeichnete Ringier in Mittel- und Osteuropa. Mit Ausnahme der Ukraine habe Ringier in allen Ländern "schwarze Zahlen" geschrieben, stellte Werfeli fest. Erfreulich sei auch die Entwicklung in Asien mit einem Umsatzplus von 14,6 Prozent auf 71,3 Mio. Franken. Profitiert habe Ringier vom starken Wachstum des Werbevolumens in China und von der Erholung des Druckmarktes in Hongkong.
Verleger Michael Ringier stellte die nächste Zukunft unter das Motto "Konsolidierung und Digitalisierung". Die Strategie des Unternehmens werde verstärkt auf die digitalen und elektronischen Medien ausgerichtet. Die Weichen dazu gestellt worden seien mit der Übernahme der Aktienmehrheit der media swiss ag im Dezember 2007. Künftig wolle das Medienhaus seine publizistischen Inhalte stärker mit kommerziellen Online-Angeboten verknüpfen.
Ingesamt beschäftigt Ringier in der Schweiz, in Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien, Ukraine, Serbien, Deutschland, Vietnam und in China 7016 Mitarbeitende. Innerhalb der letzten 25 Jahre habe sich die Zahl der Beschäftigten mehr als verdoppelt, sagte Werfeli. (sda/pers)

