Nachdem die Redaktion des Onlinemagazins Republik ein Sparpaket geschnürt und den publizistischen Fokus etwas nachgeschärft hat, macht sich jetzt die Herausgeberschaft daran, ihre Hausaufgaben zu erledigen. So gilt es, Vakanzen im Vorstand und Verwaltungsrat zu besetzen, nachdem sich das bisherige Personal entschieden hatte, die Ämter aufzugeben (persoenlich.com berichtete).
Weil der Vorstand unterbesetzt ist, verlangt das Handelsregisteramt, dieses Defizit bis Ende Juli zu beheben. Darum kommt es nun zu einer ausserordentlichen Urabstimmung über vier Personalien, bei der die Verlegerinnen und Verleger (sprich: die zahlenden Leserinnen und Leser) ihr Votum online abgeben können.
Zur Wahl stehen vier Personen, die in Personalunion für Vorstand und Verwaltungsrat kandidieren. In der laufenden Urabstimmung wird allerdings nur der Vorstand gewählt, die Verwaltungsratswahl ist dann Sache der Generalversammlung.
Finanzkompetenz schadet sicher nicht
Mit Michel Huissoud habe man sich für das Dossier Finanzen «für den strengstmöglichen Kandidaten entschieden», schreiben die Republik und die Trägergenossenschaft Project R in einer Mail an ihre Verlegerinnen und Verleger. Als langjähriger Mitarbeiter und zuletzt Direktor der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) habe Huissoud «den mächtigsten Leuten des Landes auf die Finger geschaut». Finanzkompetenz in den Aufsichtsgremien des zuletzt in Schieflage geratenen Onlinemagazins schadet sicher nicht (persoenlich.com berichtete).
Die anderen drei Kandidierenden stammen aus dem Genossenschaftsrat und begleiten die Republik schon länger. Nina Scheu ist langjährige freie Journalistin und ehemalige, inzwischen pensionierte Kommunikationsverantwortliche der Mediengewerkschaft Syndicom. Karin Landolt ist Inhaberin einer Kommunikationsagentur und ehemalige Journalistin. Roger Staub kennt man als Leiter der Stop-Aids-Kampagne des Bundesamts für Gesundheit.
Rekrutierungsprozess geht noch weiter
Als einziger der vier hat Michel Huissoud bereits das reguläre Bewerbungsverfahren durchlaufen und möchte sich längerfristig für Vorstand und Verwaltungsrat einsetzen. «Die drei anderen stellen sich zur Verfügung, bis wir den Rekrutierungsprozess zu Ende geführt haben, mindestens bis zur nächsten Urabstimmung diesen Herbst», erklärt Republik-Co-Geschäftsführerin Katharina Hemmer auf Anfrage von persoenlich.com.
In der bis am 20. Juli laufenden Urabstimmung gilt ein Kandidat oder eine Kandidatin als gewählt, wenn mehr als die Hälfte der Personen, die teilgenommen haben, Ja gestimmt haben – ohne Berücksichtigung der Enthaltungen. Damit stehen die Chancen gut, dass der vorliegende Vierervorschlag die Wahl schaffen wird. (nil)