Min Li Marti hatte den Verlag der linken Wochenzeitung 2015 von Mitgründer Koni Loepfe übernommen (persoenlich.com berichtete). Nun gibt sie die verlegerische Verantwortung weiter – an Sergio Scagliola, der seine Karriere einst als Praktikant beim P.S. begann. Der 28-Jährige ist heute für Marketing, Online-Auftritt und Abschlussredaktion zuständig und hat neben einem Studium in Germanistik und Zeitgeschichte journalistische Erfahrungen gesammelt, zuletzt vermehrt beim P.S.
Als Grund für den Schritt nennt Marti in einer Mitteilung ihr Nationalratsmandat: «Die zeitliche Belastung des Nationalratsmandats ist in den letzten Jahren grösser geworden und hat es mir erschwert, mich genügend um die verlegerischen Aufgaben kümmern zu können.» Der Stabswechsel sei deshalb auch im Interesse der Zeitung. Zudem sieht Marti im Wechsel eine Chance für einen Generationenwechsel: P.S. habe es bisher zu wenig geschafft, eine jüngere Generation Leserinnen und Leser anzusprechen – um die Zeitung nachhaltig in die Zukunft zu führen, sei dies zentral. Als Schreiberin bleibt sie dem P.S. erhalten – ebenso wie Mitgründer Loepfe.
Scagliola zeigt sich motiviert: «Ich bin überzeugt, dass im Zeitalter zunehmender Medienkonzentration nach wie vor ein Publikum für eine Publikation wie P.S. besteht. Engagierter Lokaljournalismus mit Gespür für politische Bewegungen und Diskussionen sowie einer ausführlichen und sorgfältigen Kulturberichterstattung ist für Zürich wichtiger denn je.»
Als neuer Verleger will Scagliola einen Schwerpunkt auf Abonnementswerbung legen – P.S. finanziert sich zu einem grossen Teil über Abonnemente – sowie technische und publizistische Erneuerungen vorantreiben. Begleitet wird der Wechsel von einer Spendenaktion, die dem neuen Verleger den nötigen finanziellen Spielraum verschaffen soll. Ein ähnliches Vorgehen hatte P.S. bereits beim letzten Verlagswechsel gewählt. (pd/cbe)

