«Weltwoche»-Chefredaktor Roger Köppel wehrt sich in der «NZZ am Sonntag» gegen die Kritik der Zeitung, er sei als Politiker blass und tingle stattdessen nur mit Vorträgen «in einer Endlos-Show» durchs Land. «Der Autor des Artikels unterliegt vielmehr einem Grundlagenirrtum, wenn er sich über Politiker lustig macht, die an öffentlichen Anlässen durch Vorträge oder Diskussionen mit den Leuten in Verbindung treten», schreibt Köppel in der Rubrik «Der externe Standpunkt».
«Die pauschale Kritik an öffentlichen Auftritten unterschätzt meines Erachtens massiv die wachsende Bedeutung des Vortrags in der Politik, und zwar als Aufklärungsdienst an der Bevölkerung», so der SVP-Nationalrat. Köppel sei der Auffassung, dass «der unmittelbare Auftritt, das direkte Gespräch, die authentische Präsentation in Zeiten von Internet, Facebook, Google, PR-gesteuerten Fake News und all den glattgebügelten, vorgekauten und zurechtgeschminkten TV-Soundbite-Kurzbotschaften eine neue Dringlichkeit und Notwendigkeit erfährt». Der Augenkontakt zum Publikum, zum Wähler, zum Stimmbürger sei für ihn eine Grundlage der direkten Demokratie und geradezu eine Voraussetzung ihres Gelingens, so Köppel in der NZZaS.
Zudem werde er, seit er «mit einem auch für mich überraschenden Glanzresultat in den Nationalrat gewählt wurde», kaum noch eingeladen in die Sendungen des Schweizer Fernsehens. Auch das sei ein Grund, weshalb er vermehrt mit Vorträgen und Diskussionen auf den Direktkontakt setzte, so Köppel. (cbe)
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14.05.2018 11:48 Uhr

