09.10.2014

Die Zeit

Mitarbeiterin in China festgenommen

Der 40-jährigen Zhang Miao wird "Unruhestiftung" vorgeworfen.

Eine chinesische Mitarbeiterin der deutschen Wochenzeitung "Die Zeit" ist in Peking festgenommen worden. Auch die deutsche China-Korrespondentin Angela Köckritz wurde nach eigenen Angaben deswegen zweimal von der Polizei verhört.

Ihre Mitarbeiterin Zhang Miao sei am vergangenen Donnerstag in Peking auf dem Weg zu einer Dichterlesung zur Unterstützung der prodemokratischen Demonstrationen in Hongkong festgenommen worden, berichtete Köckritz am Donnerstag.
 
Ihre chinesische Mitarbeiterin wird im Gefängnis festgehalten. Der 40-Jährigen wird formell "Unruhestiftung" vorgeworfen, was in China mit einer empfindlichen Haftstrafe geahndet werden kann. Im Zusammenhang mit der Dichterlesung in Peking sind insgesamt zehn Personen festgenommen worden.
 
Beim zweiten Verhör am Donnerstag drohte ein hoher Beamter der China-Korrespondentin mit "negativen Konsequenzen" durch ihre Berichterstattung und dem Entzug der Akkreditierung, was praktisch einer Ausweisung gleichkommt. "Es kam verhalten, aber das war ganz klar die Drohung", sagte Köckritz. Die Polizei verweigerte einem Vertreter der deutschen Botschaft, am Verhör teilzunehmen.
 
Li in Berlin
Mindestens 40 Menschen sind in China wegen Sympathiebekundungen für die seit zwei Wochen dauernden Proteste in der chinesischen Sonderverwaltungsregion festgenommen worden. Amnesty International forderte Kanzlerin Angela Merkel auf, sich beim Besuch von Chinas Premier Li Keqiang am (morgigen) Freitag in Berlin für die sofortige Freilassung von Zhang einzusetzen.
 
Die Festnahmen und Verhöre werfen ein Schlaglicht sowohl auf die Verfolgung demokratischer Kräfte in China, als auch auf die anhaltende Verschlechterung der Arbeitsbedingungen ausländischer Korrespondenten in China und ihrer chinesischen Mitarbeiter. (sda)

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