In der Affäre um Christoph Mörgeli geraten nun auch der SVP-Nationalrat selber und das Schweizer Fernsehen (SF) in die Kritik. Für das Interview vom 6. Februar mit Mörgeli im ehemaligen KZ Buchenwald hatte SF nämlich keine Dreherlaubnis.
Die Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora kritisierte am Freitag in einem Communiqué, das ehemalige KZ habe "ganz offensichtlich im Sinne von Herrn Mörgeli für eine Innerschweizer parteipolitische Auseinandersetzung funktionalisiert" werden sollen.
Laut der Stiftung besass SF keine Dreherlaubnis. Als der entsprechende SF-Mitarbeiter darauf hingewiesen worden sei, dass die Filmaufnahmen nicht gestattet seien, habe er den Eindruck vermittelt, das Drehverbot zu akzeptieren. In bisher einzigartiger Weise hätten sich aber ein Fernsehteam und ein Politiker über die Regeln der Stiftung zum Schutz der Würde des Ortes und der Opfer hinweggesetzt, wird Volkhard Knigge, Direktor der Stiftung, zitiert.
Knigge forderte SF auf, an prominenter Stelle richtig zu stellen, dass die Filmarbeiten gegen den ausdrücklich erklärten Willen der Stiftung erfolgt sind. (sda)
SF zeigt sich selbstkritisch
Bei SF zeigt man sich nach dem Interview mit Mörgeli in Buchenwald selbstkritisch. Im Nachhinein müsse man sich fragen, ob ein neutraler Hintergrund anstelle des ehemaligen KZ nicht besser gewesen wäre, sagte SF-Sprecher David Affentranger.
Entgegen den Vorwürfen der Stiftung Buchenwald habe das Interview jedoch nicht auf dem Gelände des ehemaligen KZ selber stattgefunden. Man habe rund 200 Meter entfernt auf dem Besucherparkplatz mit Mörgeli geredet. Im Bericht sei aber erwähnt worden, dass das Gespräch in Buchenwald geführt worden sei.
Please enter the text of your paragraphe

