01.03.2012

ONZ

Nach 2 Jahren ist Schluss

Ordentliche Liquidation angekündigt.

Zwei Jahre nach ihrem Start erscheint die "Obwalden und Nidwalden Zeitung" (ONZ ) am Freitag, 2. März, zum letzten Mal als gedruckte Ausgabe, danach werden auch die Online-Kanäle abgeschaltet. Den 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurde auf Ende Februar gekündigt. Bei den Entlassungen würden sämtliche vertragliche Verpflichtungen erfüllt, teilte die Zeitung am Donnerstag mit. Das heisst, zwei der betroffenen Mitarbeiter erhalten noch einen Monatslohn, die anderen 15 Mitarbeiter drei Monatslöhne. Dies sagte ONZ-Projektleiter und Verleger der "Jungfrau Zeitung", Urs Gossweiler, auf Anfrage der sda.

Die ONZ scheiterte, weil im Inserate- und Abonnentenmarkt die Entwicklung zu langsam verlief, als dass die Zeitung hätte überleben können. Die kommerzielle Entwicklung habe mehr Zeit benötigt als angenommen. So lagen beispielsweise bei den Inserenten die Einnahmen rund ein Drittel unter den Erwartungen. Als Vergleichsgrösse wurden die Zahlen der nach dem gleichen Konzept erscheinenden "Jungfrau Zeitung" im Berner Oberland hinzugezogen.

Ziele von Anfang an verfehlt

Die ONZ habe ihre Ziele von Anfang an nicht erreichen könne, schreibt die Zeitung weiter. Gemäss dem Businessplan war das Bestreben, im ersten Geschäftsjahr rund 4000 Abonnenten zu gewinnen und diese Zahl bis ins dritte Geschäftsjahr auf 8000 zu steigern. Doch die Zahl der Abonnenten pendelte sich bei 3000 ein. Monatlich erreichte die ONZ rund 30'000 Online-Nutzer. Zumindest aber sorgte die ONZ während den vergangenen zwei Jahren für frischen publizistischen Wind in Unterwalden. Dies hatte zur Folge, dass die beiden Kopfblätter der "Neuen Luzerner Zeitung", die "Neue Obwaldner" und die "Neue Nidwaldner Zeitung", ihr Angebot stets ausbauten. Auch im kommerziellen Bereich reagierte die Konkurrenz und erschwerte die Etablierung der ONZ zusätzlich.

Um alle Verpflichtungen gegenüber den Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Kunden erfüllen zu können, beschloss der Verwaltungsrat nun die geordnete Liquidation der ONZ Obwalden und Nidwalden Zeitung AG. So hätten auch die Abonnenten die Möglichkeit, eine Rückzahlung für nicht vollständig erbrachte Leistungen anzufordern, heisst es weiter.

ONZ war täglich online

Anfang 2010 hatten mehr als 400 Aktionäre der ONZ innerhalb weniger Wochen Aktien im Wert von 3 Mio. Franken gekauft und den Start der ONZ überhaupt erst ermöglicht. Als Mikrozeitung erschien die ONZ täglich online und zweimal in der Woche als Bezahlzeitung. Sie informierte ausschliesslich über Lokales. Initianten der ONZ waren die Gesellschaft Nidwaldner Volksblatt und Medieninteressierte. Projektleiter war Urs Gossweiler. Die ONZ wurde als Alternative zu den von der LZ Medien AG herausgegebenen "Neue Obwaldner" respektive "Neue Nidwaldner Zeitung" lanciert. (sda)


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