Nach 29 Jahren Zusammenarbeit trennen sich der Karikaturist Barrigue und die Westschweizer Tageszeitung "Le Matin" - im "gegenseitigen Einvernehmen", wie beide Seiten betonen. Bereits ab diesem Donnerstag müssen die "Le Matin"-Leser auf den zeichnerischen Kommentar des Tagesgeschehens durch Barrigue verzichten. "Le Matin"-Chefredaktor Peter Rothenbühler bestätigte auf Anfrage die Trennung im gegenseitigen Einvernehmen.
Barrigue kann sich nicht mit der sich abzeichnenden neuen Ausrichtung der Zeitung anfreunden, wie er am Mittwochabend gegenüber dem Westschweizer Radio sagte. Er sei kein Fan von "People"-Meldungen, er sehe für sich keinen Platz in der künftigen Aufmachung.
Abgesehen davon wünsche er sich wieder mehr Freiheiten. Auch wenn er Meinungsverschiedenheiten mit der Zeitung nicht abstreite - in "die Suppe spucken" wolle er "Le Matin" jetzt aber auch nicht, betonte Barrigue. Immerhin seien 29 Jahre in der Geschichte eines "Ehepaares" nicht schlecht.
Der heute 58-jährige Franzose hat seine Schweizer Karriere 1979 bei der "Tribune de Lausanne" begonnen, die später zu "Le Matin" mutierte. Auch wenn der Künstler noch keine konkreten Projekte hat - an Ideen fehlt es ihm nicht, wie er wieder mit den Lesern in Kontakt treten kann, wie Barrigue weiter sagte. (sda)

