13.12.2007

Studie

Nachrichtensites verdrängen Zeitungen

Online und Print laufen nicht parallel.

Eine soeben in Deutschland publizierte Studie räumt auf mit der Vorstellung einer friedlichen Koexistenz zwischen Presse- und dem Internetmarkt. Erstmals sei es gelungen nachzuweisen, dass Nachrichtensites die Zeitungslektüre zurückdrängen, schreiben die beiden Autoren der Studie, Castulus Kolo und Robin Meyer-Lucht.

Tageszeitungen würden genau dort in besonderem Masse Leser verlieren, wo eine starke Hinwendung zum Internet als Nachrichtenmedium zu beobachten sei. Je stärker die Nutzungszunahme von Online-Nachrichten in einer Altersgruppe, desto gravierender zugleich auch die Einbussen der Tageszeitung, heisst es in einer Zusammenfassung der Erhebung. Für ihre Analyse untersuchten die Autoren die Nutzung von Nachrichtensites und Tageszeitungen in einem Zeitraum von 2001 bis 2006 .

"Online und Print laufen nicht einfach parallel oder ergänzen sich gar", erklärt Meyer-Lucht, einer der Autoren der Studie. Es zeichne sich vielmehr ein Übergang ab von einer "experimentellen Parallelnutzung" hin zu einer "habitualisierten" Entscheidung für bzw. gegen Print oder Online. Je jünger die Mediennutzer sind, je länger sie das Internet nutzen und je besser sie Zugang zum Breitband-Internet haben, desto umfassender vollzieht sich dieser Wandel.

Doch welche Folgerungen können Verlage aus diesen Erkenntnissen ziehen? Die Studie rät ihnen, die Digitalisierung der Marken rasch und umfassend weiter voranzutreiben. Denn so blieben die Nachrichtenkonsumenten gebunden, wenn nicht mehr als Leser, so doch als Nutzer.


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