05.12.2007

"News"

Neue Gratiszeitung gestartet

Die nächste Runde im Verdrängungskampf eingeläutet.

Am Mittwoch erschien erstmals die neue Gratiszeitung "News". Die Herausgeber zeigen sich in einer Mitteilung zufrieden mit dem Start. Die neue Gratiszeitung lag in rund 1500 Zeitungsboxen auf und wurde zudem von 155 Kolporteuren unter die Leute gebracht. Insgesamt habe die Verteilung sehr gut funktioniert, sagte Christoph Zimmer, Sprecher von Tamedia. In den vier Verteilregionen Zürich, Bern, Basel und Mittelland sei die Zeitung zur Zielzeit kurz nach 6 Uhr ausgeliefert worden.

Das vierfarbige "News" ist im kleinen Tabloidformat gehalten. Die Erstausgabe umfasste 40 Seiten, 13 davon waren ganzseitig mit Werbung besetzt. "News", ein gemeinsames Projekt der Tamedia sowie der Verlage der "Basler Zeitung" (BaZ) und der "Berner Zeitung", wird in Basel, Bern und Zürich gedruckt. Die Startauflage der vier Regionalausgaben der neuen Gratiszeitung beträgt 334'000 Exemplare.

Nur Platz für zwei Gratistitel

"News" ist bereits die fünfte Deutschschweizer Gratiszeitung: Neben dem Vorreiterblatt "20 Minuten" kämpfen noch das neu lancierte ".ch" von Sacha Wigdorovits, die Abendzeitung "heute" und das Ringier-Wirtschaftsblatt "Cash Daily" um die Lesergunst. Medienexperten sind sich indes einig, dass früher oder später Gratisblätter dem harten Wettbewerb zum Opfer fallen werden. Bollmann hatte Anfang November in einem Interview mit der Zeitschrift "persönlich" erklärt, es gebe in der Deutschschweiz bloss Platz für zwei Gratiszeitungen.

Diese Meinung teilt auch BaZ-Verleger Matthias Hagemann. Er gehe davon aus, dass es zu einer Bereinigung kommen werde, sagte er in einem am Mittwoch in der "Basler Zeitung" erschienenen Interview. Langfristig werde es in der Region Basel nur noch "20 Minuten", "News" und die regionale Gratiszeitung "Baslerstab" geben. Allgemein wird erwartet, dass sich "20 Minuten" hält, während "News" und ".ch" die zweite kostenlose Morgenzeitung unter sich ausmachen.

Wigdorovits glaubt an seine Zeitung

Anders sieht dies Wigdorovits: Er ist überzeugt, dass sich "20 Minuten" halten kann. Künftig werde es daneben noch ".ch" geben, weil dies die beiden besten Produkte seien. Die Konkurrenz von "News" treffe in erster Linie "20 Minuten", sagte Wigdorovits weiter. Dies liege daran, dass beide Blätter die gleichen Vertriebskanäle an den Zentren des öffentlichen Verkehrs hätten. ".ch" werde dagegen auch vor den privaten Hauseingängen aufgelegt.

Doch nicht nur der Wettbewerb macht den Gratisblättern zu schaffen: Die Städte Zürich, Bern und Basel wollen dem Wildwuchs mit den Verteilboxen Einhalt gebieten. Die Sittener Stadtregierung entschied ihrerseits Ende November, die Verteilkästen auf das Gebiet um den Bahnhof zu beschränken. (sda)


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