Das "Tagi Magi" baut sein Blog-Angebot weiter aus: Seit kurzem ergänzt der Reporter und Blog-Verantwortliche Thomas Zaugg die frei zugängliche Online-Plattform um Notizen aus der Welt des Rennvelos. Sein erster Text unter dem Titel "Das Rad" erschien am 24. Juni.
Statt über die Leiden einer Passüberquerung schrieb Zaugg früher regelmässig über technische Gadgets. Hat sich sein Interessensgebiet verlagert? "Damals im 'Zauggomat' schrieb ich über Gadgets und die Computerwelt, die ich gut und nützlich finde, mich darüber hinaus journalistisch aber nicht interessieren", sagt er gegenüber "persoenlich.com". "Ich befürchte, das hat man der Kolumne angemerkt. Statt über digitale Themen und neue Produkte schrieb ich über Philosophen, vornehmlich über Hegel, der im 19. Jahrhundert gestorben ist und nicht einmal ein iPhone besass."

Dass er nun übers Zweirad schreibe, habe vor allem mit der Reichhaltigkeit und Dramatik der Thematik zu tun: "Rennradfahren ist die Disziplin der Geschichtenerzähler. In meiner Kolumne wird es weniger um Zauggs Rad, sondern um den Sport an sich gehen", hält er fest. "Die Geschichten, die Landschaft, die Vorbereitungen, andere Fahrer, Tipps und Tricks, die Philosophie dahinter. Setzen Sie sich einmal mit einem alten Profi in eine Beiz, Sie werden staunen, was er Ihnen alles zu erzählen hat."
Was ihn als Schreiberling ganz generell an der Form des Weblogs reizt, kann Zaugg noch nicht wirklich dingfest machen: "Ich glaube, das ist uns allen noch unklar." Man könne viel schneller reagieren, Print-Projekte begleiten. Und man schreibe natürlich auch leicht anders, richte sich an ein anderes Publikum. Ein Publikum, das die noch recht jungen Online-Angebote des "Tagi Magi" (persoenlich.com berichtete) anscheinend zu schätzen weiss. "Wir haben erfreuliche Besucherzahlen und Rückmeldungen, selbst von unseren ewigen Blog-Gegnern", sagt Zaugg. Ein weiterer Ausbau sei derzeit aber noch nicht geplant. "Wir konzentrieren uns jetzt auf die aktuell laufenden Kolumnen. Dazu Themenblogs, zurzeit etwa Miklos Gimes' EM-Kolumne."
Er selbst konzentiert sich neben dem Schreiben auf die Leibesertüchtigung, die oft zur "Schmerzkunst" wird, wie er selber schreibt: "Diesen Sport muss man regelmässig ausüben, sonst tut er einfach nur weh und ist keine Kunst mehr." Sein schlimmstes Erlebnis auf dem Rennrad schildert er so: "Als wir einmal den Simplon bei Schnee und Regen hinabfuhren, versagten bei einer Kollegin die Bremsen. Sie brachte ihr Rad mit den Schuhsohlen unter Kontrolle. Wir alle waren uns danach einig, dass der Kältetod die schlimmste Todesart ist."
Adrian Schräder

