04.07.2011

"Tages-Anzeiger"

Neuer Partyklatscher

Alex Flach löst Hildegard Schwaninger ab.

Ab sofort schreibt Alex Flach jeden Montag im "Tagi" über das Zürcher Nachtleben, wie die Zeitung bekannt gibt. Der 40-jährige besitzt ein eigenes PR-Büro und arbeitet für Clubs wie Hive, Indochine und Q. Zudem schreibt er seit Jahren Artikel und Kolumnen über die Zürcher Szene, früher im "Pulp" und "Kult", heute für "Faces", "Kult.ch" und "Ronorp". Erst letzte Woche schmiss Hildegard Schwaninger beim "Tagi" die People-Kolumne hin, sie konnte sich nicht weiterentwickeln, wie sie meinte ("persoenlich.com" berichtete). Mit welchen Gefühlen tritt Alex Flach ihre Nachfolge an? "persoenlich.com" hat nachgefragt:

Alex Flach, Sie gehen lieber wandern als in den Ausgang, konnte man lesen. Das tönt nicht gerade so, als wären Sie der Richtige für den neuen Job?

Das Wandern ist der perfekte Ausgleich zu meinem Tagesgeschäft und das ist zu einem sehr grossen Teil im Nachtleben angesiedelt. Ich brauche nicht exzessiv auszugehen um an Nightlife-Geschichten zu kommen: Ich kommuniziere tagtäglich mit den wichtigen Exponenten der Schweizer Clublandschaft - die gewünschten Geschichten finden auf diesem Weg zu mir. Dennoch bin ich auch heute noch bereit dann und wann eine schöne Wanderroute für eine gute Clubnacht und den damit verbundenen Katertag aufzuschieben.

Als Nachfolger der prominenten Klatschkolumnistin Hildegard Schwaninger treten Sie ein schweres Erbe an. Haben Sie Respekt vor dem neuen Job?

Ich habe sehr grossen Respekt vor dieser neuen Aufgabe. Jedoch entstammt dieser mehr dem renommierten Medium ("Tages-Anzeiger"), in dem diese Kolumne stattfindet, als dem Umstand, dass dieser Platz vorher von Hildegard Schwaninger besetzt wurde; meine Kolumne wird sich in einem ganz anderen Umfeld bewegen und ist auch anders konzipiert. Daher finde ich auch nicht dass ich irgendjemandes Erbe antrete.

Hildegard Schwaninger hat sich durch ihre Arbeit über die Prominenten immer wieder Prozesse eingeholt. Wie weit werden Sie gehen?

Für eine gute Geschichte sehr weit. Jedoch werde ich diesen mittels Recherche ein Fundament verpassen und nicht einfach (in-)haltlose Gerüchte publizieren. So, wie das der "Tages-Anzeiger" heute bereits macht.

Was werden Sie anders machen als Hildegard Schwaninger?

Es geht nicht um eine Abgrenzung von Hildegard Schwaninger sondern um einen eigenen Weg. Ich möchte Geschichten erzählen und nicht einfach aufzählen, wer an irgendwelchen Szene-Events rumgelungert ist. Dabei sind nicht primär bekannte Namen wichtig sondern die Geschichten selbst: Diese sollen mal witzig, spannend und informativ sein - auch für Leser, die sich nicht oder nur sehr am Rande mit dem Nachtleben beschäftigen. Ein Spagat der mir hoffentlich gelingen wird.

Sie sind mit dem Zürcher Nachtleben seit Jahren sehr vertraut. Können Sie sich kritisch abgrenzen?

Auf jeden Fall! Die Protagonisten des Schweizer Nachtlebens bereichern seit vielen Jahren das hiesige Kulturleben und bieten ihren Zielgruppen erstklassige Clubmusik auf Top-Niveau - auch nach internationalen Massstäben. Dies wird von einem Grossteil der Öffentlichkeit nach wie vor zu wenig anerkannt. Das bringt auch mit sich, dass die mit dem Nachtleben verbundenen Geschichten zumeist ausschliesslich in der Szene die Runde machen und das will ich mit meiner Kolumne ändern. Dass diese Geschichten nicht nur schön sind, weiss auch jeder, der am Nachtleben teilnimmt und eine Kolumne die nur nett, anbiedernd und schmeichelnd ausfällt kann nicht im Sinne der Nachtlebenschaffenden sein, da offensichtlich unehrlich und eindimensional.

Inwiefern wird sich Ihre Arbeit bei der Agentur verändern durch den zusätzlichen Job beim "Tagi"?

Wenn ich das wüsste… Diese Überlegung hatte keinen Einfluss auf meinen Entscheid diese Herausforderung anzunehmen. Da hat nur die Ehre eine Rolle gespielt in einer Tageszeitung stattzufinden, die ich schon als Junge meinem Vater vom Küchentisch stibitzt habe - der Entscheid war eine rein emotionale Angelegenheit.

Interview: Christine Schnyder



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