25.08.2013

S1

Neuer Schweizer TV-Sender will Mitte Oktober starten

Geldspritze soll von Publigroupe kommen.

Geld von der Publigroupe, ein Minibudget und gerade mal neun Mitarbeiter: Schon in drei Jahren will S1 schwarze Zahlen schreiben. Dies berichtet die Zeitung "Schweiz am Sonntag", welcher Konzeptpapiere des Senders vorliegen.

Die TV-Macher Hardy Lussi und Mike Gut sagen: "Wir werden Mitte Oktober auf Sendung gehen." Angepeilt wird eine ältere Zielgruppe als bei 3+, RTL oder Pro Sieben. Explizit, so heisst es in einem Konzeptpapier von S1, werde auch "die Zielgruppe 50+" angepeilt, die "TV-affin, wachsend und sehr kaufkräftig" sei. Darum, folgern Lussi und Gut, "sind die Hauptkonkurrenten im TV-Werbemarkt SRF 1 und Sat.1."

Im Programmschema hat jeder Abend ein Hauptthema: Am Montag und Donnerstag gibts Spielfilme, am Dienstag und Samstag Doku-Beiträge, am Mittwoch Krimis, am Freitag ist Kochen angesagt und am Sonntag Comedy. Dies jeweils in der Primetime ab 20 Uhr. Somit greift S1 am Sonntagabend die erfolgreiche SRF-Satiresendung Giacobbo/Müller an – sowohl mit deutschen als auch mit Schweizer Produktionen. In der S1-Präsentation werden als Beispiele Divertimento und Claudio Zuccolini genannt. Regelmässige News- oder Polit-Sendungen sind nicht vorgesehen – das wäre zu teuer. Mit einer Ausnahme: Die "Politarena" mit Moderator Filippo Leutenegger feiert bei S1 ein Comeback.

Woher kommt das Geld für den Betrieb des neuen Senders? Das Aktienkapital der S1TV AG beträgt nur 250'000 Franken. Gemäss Recherchen der "Schweiz am Sonntag" kommen aber zwei Millionen Franken von der Publigroupe beziehungsweise von der Publicitas. Dies in Form eines Darlehens.

Der Zeitung liegt auch die Planerfolgsrechnung von S1 vor. Für 2013 ist ein Verlust von 1,1 Millionen budgetiert, für 2014 ein solcher von 1,6 Millionen, für 2015 einer von 500'000 Franken – und im darauf folgenden Jahr soll es erstmals einen Gewinn geben (850 000 Franken). Dies jeweils auf Ebit-Stufe. Branchenkenner beurteilen diese Planung als "sehr sportlich", einige gar als utopisch.

So richtig einschenken soll es im Jahr 2018: Dann budgetiert S1 einen Gewinn von 6,3 Millionen Franken, bei einem TV-Umsatz von 15 Millionen Franken (wovon 13,4 Millionen aus klassischen TV-Spots stammen sollen). (Schweiz am Sonntag)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen
Neue Podcast-Folge: Jetzt reinhören