In der bernischen Medienlandschaft verschwinden im kommenden Jahr drei Titel: Das "Burgdorfer Tagblatt", die "Aemme Zytig" und die "Grauholz Post". Ihre Herausgeberin, die Burgdorfer Lokalmedien Verlag AG, verschmelzt sie zur "My Zytig" im Tabloid-Format. Verlegerin Rita Brodmann begründet den Schritt in der am Dienstag veröffentlichten Nullnummer der neuen Zeitung mit dem schon heute sehr ähnlichen Inhalt der drei Zeitungen.
Zudem interessierten sich im Nordosten Berns auch Burgdorfer etwa für Neuigkeiten aus dem Einkauszentrum Shoppyland bei Schönbühl und umgekehrt sei auch für Leute aus der Agglomeration Bern die Schaukäserei in Affoltern im Emmental ein Begriff. Deshalb mache es Sinn, die drei Zeitungen zu fusionieren.
"My Zytig" wird in knapp 62'000 Exemplaren in den Gemeinden zwischen Kirchlindach im Südwesten, Wiler bei Utzenstorf im Norden, Affoltern im Emmental im Osten und Boll im Süden erscheinen. Das wöchentlich erscheinende Gratisblatt erreicht 83'000 Leserinnen und Leser.
Während es die "Aemme Zytig" und die "Grauholz Post" erst seit 31 respektive 15 Jahren gibt, handelt es sich beim "Burgdorfer Tagblatt" um eine ehemalige Tageszeitung mit langer Geschichte: Sie befindet sich im 181. Jahrgang. Nicht als "Burgdorfer Tagblatt" erschien sie aber im 19. Jahrhundert erstmals, sondern als "Berner Volksfreund". 2001 entschieden die Herausgeber, die älteste Tageszeitung des Kantons Bern nur noch dreimal pro Woche herauszugeben und 2004 wurde sie zum Gratisblatt.
Schon damals fand also eigentlich die lange Tradition des "Burgdorfer Tagblatts" ein Ende und nun verschwindet also der Titel - wenn auch nicht ganz: Auf der Nullnummer der "My Zytig" findet sich der Schriftzug "Burgdorfer Tagblatt" wie auch jener der "Aemme Zytig" und der "Grauholz Post" noch klein neben dem neuen, grösseren Zeitungsnamen. (sda)

