12.10.2012

SI

Neues Design zum 101. Geburtstag

Chefredaktor Stefan Regez über die neue Alte.

Die "Schweizer Illustrierte" hat schon 101-Jahre auf dem Buckel, hält sich aber wacker als die grösste Familienzeitschrift des Landes. Auf ihren Geburtstag verpasst sich die Zeitschrift nun ein neues Design und ein geschärftes Konzept. Die Zeitschrift soll sich im Layout kompakter, moderner und lebendiger präsentieren, dafür hat die SI mit der Agentur Beling Thoenen Design zusammengearbeitet. Am 15. Oktober liegt die SI erstmals in ihrem neuen Erscheinungsbild in den Briefkästen der Abonnenten und den Auslagen der Schweizer Kioske. Die SI verspricht unter ihrem neuen Motto "Mehr Stars. Mehr Schweiz", noch näher an die porträtierten Menschen ranzugehen und ihren redaktionellen Aufwand weiter auszubauen. Persoenlich.com hat sich mit SI-Chefredaktor Stefan Regez über die neue alte Schweizer-Illustrierte unterhalten. Das Interview:

Herr Regez, die Schweizer Illustrierte präsentiert sich mit neuem Design und geschärftem Konzept. Was sind die dominanten Veränderungen gegenüber früher?

Wir bieten mehr fürs Geld, mehr Storys auf gleich viel Platz. Das lösen wir ein mit einer stark ausgebauten Startstrecke mit vielen People-Geschichten, spektakulären Bildern und neuen, attraktiven, schnellen Gefässen. Im zentralen Heftbereich setzen wir noch stärker auf "Premium"-Geschichten - Reportagen, Homestorys, Interviews - aus Unterhaltung, Sport, Politik, Wirtschaft und Kultur. Zudem verändern wir die Bildsprache: Sie soll wärmer, intimer und moderner werden.

Das neue Motto lautet "Mehr Stars. Mehr Schweiz". Können Sie das kommentieren?

Eigentlich ist es gar nicht neu. Stars und Schweiz - dafür steht die Schweizer Illustrierte seit vielen Jahren. Darauf setzen wir auch künftig. Nur: Indem wir insgesamt mehr bieten, präsentieren wir auch mehr Stars, übrigens auch internationale Stars, und mehr Schweiz. Überhaupt die Schweiz: Der riesige Erfolg der "LandLiebe", die auch von Ringier herausgegeben wird, inspiriert auch uns. Neben den vielen Stars und glamourösen Events ist die SI auf dem Land und in den Bergen unterwegs, am Wandern und bei den Menschen. Die grosse Party im aktuellen Heft ist denn auch nicht ein Red-Carpet-Event in Zürich, sondern die Olma in St. Gallen.

Ein Redesign kann eine heikle Sache sein, da die treue Leserschaft in der Regel mit dem "alten" Design zufrieden ist und meistens gar keine Veränderung wünscht.

Das ist so, eigentlich lieben Leserinnen und Leser Veränderungen nicht besonders. Und unser Redesign ist für SI-Verhältnisse recht markant. Trotzdem bin ich zuversichtlich: Alle, die das neue Layout gesehen haben, reagierten sehr positiv.

Sie sagen, dass auch an der Bildsprache gearbeitet wurde, diese wärmer und intimer werden soll. Wie setzen Sie das konkret um?

Das ist eine konzeptionelle und technische Frage. Wie wird fotografiert? Welches Licht wird eingesetzt? Und, und, und... Wir haben alle unsere Fotografen zu einem Workshop geladen, Ideen präsentiert und den neuen 'Kurs' miteinander verabschiedet. Auch hier gab es durchs Band positive Reaktionen. Ich hatte gar den Eindruck, dass einige aufgeatmet haben: Endlich können wir so fotografieren, wie wir das schon immer tun wollten. Mir ist bewusst, die Veränderung der Bildsprache ist ein grosser Schritt. Und vor allem ein Prozess, den wir jetzt in Angriff genommen haben.

Die People-Strecke "Menschen" wird ausgebaut und neue Gefässe kommen dazu.

Die Gefässe sind nichts Revolutionäres, aber man liest sie halt immer gerne. Im aktuellen Heft schildet beispielsweise Banker Oswald Grübel, wie ein Tag bei ihm aussieht. Ich sage nur: lesenswert und etwas zum Schmunzeln. Wir zeigen unter anderem eine 'Meine Welt' von Tatort-Kommissar Roland Koch, die 'Playlist' von SVP-Nationalrat Ueli Giezendanner und was die Stars auf Facebook und Twitter so alles von sich preisgeben. Selbstverständlich fehlen auch Rose und Kaktus nicht. Diese gehören zur DNA der SI.

Das Redesign wurde auf den 101. Geburtstag der Schweizer Illustrierten angesetzt. Mit welchen Geschichten feiern Sie die die neue Gestaltung und den Geburtstag?

Unter anderem mit unserem Fussballstar Xherdan Shaqiri - wir haben ihn in München besucht. Mit Topmodel und Stress-Freundin Ronja Furrer, die vergangene Woche exklusiv mit der Schweizer Illustrierten eine Geschichte realisiert hat. Und mit Axpo-Chef Heinz Karrer, mit dem wir einen Walliser Viertausender bestiegen haben. Den Relaunch selber feiern wir am Dienstag mit der gesamten Redaktion, aber - nach der grossen Gala zum 100. Geburtstag der SI im vergangenen Dezember - ohne prominente Gäste. Das Motto lautet aber auch hier: mehr Stars, mehr Schweiz. Das Schweizerische lösen wir kulinarisch ein, für die 'Stars' haben wir uns eine Überraschung einfallen lassen.

Sie schreiben in der Pressemitteilung von einem erhöhten personellen Aufwand.

Ja, und zwar in allen Bereichen. Die Journalisten, die Fotografen, die Grafiker, die Bildredaktoren, die Korrektoren - das neue Konzept gibt mehr Arbeit. Alle sind gefordert. Verstärken werden wir uns per 1. Januar 2013 mit dem erfahrenen People-Journalisten André Häfliger.

Sie haben sich bei der Umsetzung für Beling Thoenen Design entschieden. Wieso haben Sie sich für diese Agentur entschieden?

Dieser Fall war einfach. Beling Thoenen haben bereits das Design von "SI Style" und "LandLiebe" entwickelt. Sehr erfolgreich - und damit prädestiniert jetzt auch für die SI.

Welche Veränderung schätzen Sie persönlich am neuen Design/Konzept am meisten und welche Weglassung eines alten Elements bedauern Sie?

Dass wir künftig mehr Rhythmus im Blatt haben. Bis jetzt vermisse ich noch nichts.

Interview: Benedict Neff


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