10.05.2011

Mediapulse

Neues Messsystem muss her

Fernsehen und Radio werden mobil.

Weil immer mehr Leute Angebote nutzen, mit denen sie Fernseh- und Radiosendungen zeitverschoben sehen und hören können, muss Mediapulse neue Wege gehen, um die Nutzerdaten zu erheben. Das neue System soll ab 2013 zum Einsatz kommen. Zur Auswahl stehen drei Messsysteme von internationalen Anbietern, wie Mediapulse am Dienstag mitteilte. Evaluiert würden die Systeme der weltweit führenden Firmen Kantar Media, Nielsen und GfK. Alle Systeme setzen auf ein Prinzip, das die Sendung am Ton erkennt. Heute misst Mediapulse die Radionutzung, in dem sie Testpersonen mit einer Armbanduhr ausstattet. Die Fernsehnutzung wird bei der Testgruppe elektronisch am Fernsehgerät erfasst.

In Zukunft wird das nicht mehr reichen. Immer mehr Menschen nutzen das Handy, einen Tablet-PC wie das iPad oder Internetangebote, um Fernsehen zu schauen und Radio zu hören. Schon heute kann Mediapulse Digital-Angebote wie Swisscom TV erfassen, bald soll das auch bei Web-Lösungen wie zattoo oder wilmaa möglich sein. Mittelfristig sollen dann auch noch die mobilen Geräte dazu kommen. Gleichzeitig mit der Anpassung des Messsystems will Mediapulse auch das Panel der Erhebung erneuern. Die Gruppe der Nutzer, deren Fernseh- und Radiokonsum erfasst wird, soll im Gegensatz zu heute auch Haushalte enthalten, die über keinen registrierten oder überhaupt keinen Festnetzanschluss besitzen.

Mediapulse untersucht mit gesetzlichem Auftrag, wie Fernsehen und Radio in der Schweiz genutzt werden. Die Stiftung erzielte im vergangenen Jahr einen Gewinn von 623'000 Franken bei einem Umsatz von 18,9 Millionen Franken, wie es weiter hiess. Mediapulse erhält für die Erhebung der Nutzungsdaten auch Beiträge des Bundes. (sda)


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