25.03.2022

Ukraine-Krieg

Neues Verfahren gegen Marina Owssjannikowa

Wegen ihres aufsehenerregenden Protests live im Staatsfernsehen gegen Russlands Krieg in der Ukraine ist ein neues Verfahren gegen die ehemalige TV-Redakteurin eröffnet worden.
Ukraine-Krieg: Neues Verfahren gegen Marina Owssjannikowa
Marina Owssjannikowa (oben rechts) hat mit ihrer Protestaktion im russischen Staatsfernsehen weltweit für Aufsehen gesorgt. (Bild: Screenshot Twitter)

Der 44-Jährigen drohen bis zu 50'000 Rubel (rund 465 Franken) Geldstrafe nach einem neuen Mediengesetz, wie die Agentur Interfax am Freitag unter Berufung auf das zuständige Gericht in Moskau meldete. Das Gesetz sieht für angebliche Falschinformationen über Russlands Streitkräfte maximal 15 Jahren Lagerhaft vor. Befürchtet worden war deshalb zunächst, dass Owssjannikowa eine deutlich härtere Strafe drohen könnte.
Owssjannikowa werden «öffentliche Handlungen zur Diskreditierung des Einsatzes der Streitkräfte der Russischen Föderation» vorgeworfen, der dem Schutz der Interessen der Russischen Föderation und ihrer Bürger sowie der Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit diene (persoenlich.com berichtete).

Die frühere Mitarbeiterin des Ersten Kanals hatte vor knapp zwei Wochen hinter der Nachrichtensprecherin ein Plakat in die Kamera gehalten. Darauf stand: «Stoppt den Krieg. Glaubt der Propaganda nicht. Hier werdet ihr belogen.»

In Russland ist es Medien offiziell verboten, von «Krieg», «Invasion» oder «Einmarsch» im Nachbarland Ukraine zu sprechen. Der Kreml gibt als Sprachregelung den Begriff «militärische Spezialoperation» vor. (sda/dpa/wid)


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