Zurzeit beträgt die Sendezeit des Regionalfernsehsenders "Telebasel" pro Tag eine Stunde. Dank den rund 2,5 Millionen Franken, die der Basler Fernsehsender aus dem neuen Gebührensplitting erwartet, sollen aus dieser nun zwei werden. Das entsprechende Konzessionsgesuch wurde Anfang Dezember eingereicht. Das berichtet die "Basler Zeitung" in ihrer Ausgabe vom Donnerstag.
Pikant: Laut BaZ seien die Mitglieder der Stiftung Kabelnetz, der Trägerorganisation von "Telebasel", über die Pläne des Senders nicht informiert worden. Auch nicht darüber, dass mit Dominik Prétôt ein neuer Geschäftsführer angestellt wird und der Direktor des Merian-Iselin-Spitals, Stephan Fricker, das Präsidium des Ausschusses der Basler Stiftung Kabelnetz vom bisherigen Präsidenten Heinrich Löffler übernimmt.
Laut BaZ muss der Präsident des Ausschusses von der Stiftung gewählt werden. Die einzigen, die von der Wahl Frickers Kenntnis haben, sind der Präsident der Stiftung, Ralph Lewin, sowie sein Medienfachmann Samuel Hess. Hess hat auch sogleich eine Erklärung für die Unregelmässigkeit von Frickers Wahl. Fricker konnte noch nicht offiziell gewählt werden, weil die Stiftung sich turnusgemäss erst im Mai treffen wird.
Die Lösung: Fricker wird zwar ab Januar die Sitzungen leiten, das Präsidium werde er de jure aber erst nach seiner Wahl übernehmen. Ein weiteres Problem sieht die BaZ in der Doppel-Funktion von Fricker: Er präsidiert nämlich nicht nur den Ausschuss, sondern auch die Vereinigung der Basler Privatspitäler, die zu den Hauptsponsoren des Lokalsenders gehört.
Auch Hess sieht das Problem der Interessensverquickung, aber keinen Ausweg aus der verzwickten Lage: Denn ein Rückzug von Fricker würde ein schlechtes Licht auf die Führung des Senders werfen -- ein Abbruch der Sponsoringaktivitäten brächten "Telebasel" ein wirtschaftliches Problem, sagt er zur BaZ. Deshalb wird Fricker bleiben und den Sender weiterentwickeln. Dank der Neukonzession erwartet der Sender einen Wachstumsschub und will daher massiv ausbauen.

