An einem gewöhnlichen Tag hören in der Deutschschweiz 88,8 Prozent der Bevölkerung Radio. Das ergaben Messungen von Publica Data für das zweite Halbjahr 2011. Im Durchschnitt lief das Radio 127,7 Minuten pro Tag. Auch beliebt - aber minim weniger - ist das Radio in den anderen Landesteilen: In der Westschweiz hörten im zweiten Semester 2011 85,6 Prozent der Bevölkerung Radio, pro Tag durchschnittlich 114,6 Minuten. In der italienischen Schweiz waren es 87,7 Prozent und pro Tag im Durchschnitt 123,4 Minuten.

In der Deutschschweiz betrug der Marktanteil aller SRG-Sender zusammen 65,6 Prozent. Im zweiten Halbjahr 2010 waren es noch 65,9 Prozent gewesen. Am meisten Hörerinnen und Hörer entschieden sich für DRS1. Der Sender erreichte einen Marktanteil von 33,6 Prozent (Vorjahr 33,9%), gefolgt von DRS3 mit 17,7 Prozent (17,9%). Von den privaten Lokalradios war Radio24 am beliebtesten. Der Sender, der sein Programm im Grossraum Zürich verbreitet, kam auf einen Marktanteil von 3,4 Prozent (3,1%). Das sind pro Tag rund 308'000 Hörerinnen und Hörer. Dahinter folgen Radio Argovia mit einem Marktanteil von 2,5 Prozent (2,4%) und Energy Zürich mit 2,2 Prozent (2,2%).
In der Romandie kommen die dortigen SRG-Sender ebenfalls auf einen Marktanteil von 65,6 Prozent (67,1%), im Tessin und den Südbündner Tälern auf hohe 83,2 Prozent (82,6%). Grösster Privatsender in der Westschweiz ist Rouge FM aus Genf. Als Quelle diente der Publica Data AG das Radio-Panel von Mediapulse. Berücksichtigt wurden in jeder Sprachregion alle Personen über 15 Jahre.
Reaktionen verschiedener Radios:
Radio 24
"Speziell freut uns, dass wir in und um Zürich nicht nur mehr, sondern auch länger gehört werden" so Karin Müller, Programmleiterin und Chefredaktorin von Radio 24 zur Verweildauer von 64.2 Minuten pro Wochentag.
Energy Zürich
Wir haben täglich 290'000 Hörer. Damit behauptet sich Energy Zürich an der Spitze der Schweizer Privatradios in der werberelevanten Zielgruppe und legt gegenüber dem Vorjahr kräftig zu.
Radio 105
105-Chef Giuseppe Scaglione freut sich: "Radio 105 ist der einzige Radiosender, der nun seit vier Quartalen ständig so deutlich zulegt und dies trotz all den Benachteiligungen, welche die Messmethode Radiocontrol für einen jungen Sender wie Radio 105 mit sich bringt. Das ist das grösste Kompliment für mein tolles Team. Das Potential von 105 ist noch riesig."
Radio 1
Radio-1-Chef Roger Schawinski sagt: "Das kontinuierliche Wachstum der letzten Jahre geht also weiter. Damit unterscheidet sich Radio 1 von allen anderen Stationen. Wir sind überzeugt, dass das Potential unseres noch jungen Premium-Radios noch längst nicht ausgeschöpft ist."
Radio Argovia
Mit 250000 Hörern in der Deutschschweiz verzeichnet Radio Argovia die besten Hörerzahlen seit der Gründung des Senders. Im eigenen Konzessionsgebiet konnte Radio Argovia weiterhin an Hörer zulegen und ist nach DRS1 auf dem zweiten Platz, vor DRS3 (Mo-Fr, 24h, 15+). Bei der werberelevanten Zielgruppe (15-49) ist Radio Argovia weiterhin die klare Nummer 1, vor DRS3.
Radio Central:
Erfreulicherweise darf Radio Central auch für das 2. Semester 2011 einen Erfolg bei den Hörerzahlen präsentieren. Der Zuwachs zur ersten Hälfte des letzten Jahre beträgt + 20'000 Hörer!
Energy Bern:
Energy Bern bleibt die unangefochtene Nummer 1 im Grossraum Bern. Mit täglich 99'000 Hörern hat Energy Bern nun sogar 16 Prozent mehr Hörer als Capital FM.
Capital FM:
Mit einer täglichen Hördauer von 47 auf 51 Minuten liegt Capital FM vor dem direkten Mitbewerber Energy Bern, der seine Hörerschaft nur 45 Minuten lang am Sender halten kann. Mit einem Marktanteil in der Deutschen Schweiz von 0,8% liegt Capital FM mit Energy Bern gleichauf.
FM1
Radio FM1 bleibt die unangefochtene Nummer eins der Privatsender in der Ostschweiz. Im zweiten Semester 2011 hörten täglich über 213'000 Menschen das Ostschweizer Radio.
Radio Grischa
12 Prozent mehr Hörer, das freut Programmleiterin Martina Fehr. Sie ist überzeugt, dass die neue Morgenshow "Bock ufMorga" sowie die konsequente Ausrichtung auf regionale Inhalte wesentlich zu diesem Erfolg beigetragen haben. Viele Sendungen, die früher extern eingekauft wurden, werden heute eigenproduziert. So etwa das Sportmagazin oder die Komiksendung "Rolf Reporter ohniGrenza".
Eine Tabelle mit allen Daten finden Sie auf publicadata.ch. (sda/pd/eh)

