Nach drei Jahren, nun ein Wechsel: Seit August 2011 arbeitet Christoph Landolt (26) nicht mehr beim Newsnet, sondern in der Inland-Redaktion der "Weltwoche".

Landolt stieg 2008 bei tagesanzeiger.ch in den Journalismus ein, wo er zunächst über Sport, dann über andere Bereiche wie etwa Leben, Wissen, Aviatik und Autos schrieb. Später wechselte er in die newsnet-Zürich-Redaktion, bevor ihn "Weltwoche"-Inlandchef Philipp Gut in sein Team holte. "Christoph Landolt ist uns aufgefallen durch seine unerschrockenen und akribischen Recherchen. Er passt damit hervorragend ins Profil der 'Weltwoche' als führendes kritisches Rechercheblatt der Schweiz", erklärt Gut den Entscheid Landolt abzuwerben. "Bei der Weltwoche kann ich tiefer schürfen, länger an einer Geschichte dranbleiben als vorher bei tagesanzeiger.ch", begründet Landolt seinen Wechsel gegenüber persoenlich.com. Ausserdem seien nun auch Recherchen möglich, die nicht zwingend zu einem Artikel führten und der Newsdruck sei nicht mehr so stark.
Auch die Ausrichtung der "Weltwoche" gefällt Landolt. Dabei will er die Anlehnung an die politische Rechte nicht gelten lassen, sondern betont vielmehr den Recherche-Journalismus: "Ich versuchte schon immer, die Dinge aus einem etwas anderen Blickwinkel zu sehen. Es macht mir Spass, nicht einfach wieder zu geben, was an Medienkonferenzen gesagt wird, sondern die dahinter liegenden Geschichten aufzudecken." Als Beispiel nennt Landolt die Berichterstattung rund um den St.Galler BDP-Ständeratskandidat Jürg Gehrig, der seine Kandidatur aufgrund Landolts Recherchen zurückziehen musste. "Beschreiben, was ist - das macht mir Spass. Ich blicke gerne unter die glänzende Oberfläche", so Landolt.
Das mitunter kursierende Gerücht, wonach Chefredaktor Roger Köppel stark in die Texte seiner Journalisten eingreift, dementiert Landolt. "Ich bin kein Auftragsschreiber. Roger Köppel oder andere Chefs geben zwar genaues Feedback - was ich auch sehr schätze - doch sie schreiben nicht vor, was meine Texte aussagen sollen."
Vor seinem Start im Journalismus studierte Landolt zweieinhalb Semester Politologie an der Universität Zürich. (eh)

