Mit Skepsis hat die Mediengewerkschaft syndicom auf den Verzicht auf die Split-Strategie des "Tages-Anzeiger" reagiert. Den Zürcher Landzeitungen die Unabhängigkeit zu schenken und gleichzeitig 10 Stellen abzubauen, sei zynisch.
Ohne genügend Personal in Redaktion, Produktion und Kundenservice hätten die bereits durch die Split-Strategie des "Tages-Anzeiger" systematisch ausgebluteten Regionalblätter schlechte Chancen, auf dem hart umkämpften Medienmarkt zu bestehen, hält syndicom in einer Mitteilung fest.
Für Qualität brauche es entsprechendes Personal. Erst vor wenigen Wochen habe Tamedia einen Rekordgewinn von 179 Millionen Franken ausgewiesen. Das Unternehmen hätte laut syndicom also keine Mühe, den Zürcher Regionalblättern einen "würdigen Neustart" zu ermöglichen.
Die Mediengewerkschaft fordert den Zürcher Medienkonzern deshalb auf, den Regionalzeitungen eine Chance zu geben und ihnen das Personal zu lassen, das für sie überlebenswichtig sei. Damit diese ihre Leserinnen und Leser finden könnten, müssten die Redaktionen interessante, selbst recherchierte Artikel publizieren können. (sda)

