09.12.2018

Keystone-SDA

Nochmals zehn Stellen müssen weg

Bei der Nachrichtenagentur Keystone-SDA geht der personelle Abbau weiter. Zudem nimmt der Verwaltungsrat die zwei Millionen Franken Subventionsgeld vom Bund an. Der Vertrag werde in den nächsten Wochen unterschrieben.
Keystone-SDA: Nochmals zehn Stellen müssen weg
Die Umsätze sinken, daher müssen weitere Stellen abgebaut werden: die Keystone-SDA-Redaktion in Bern. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)
von Edith Hollenstein

Bei Keystone-SDA, wo vor einem Jahr unvermittelt bekannt wurde, dass innert Kürze 35 bis 40 Stellen abgebaut werden müssen, ist der Sturm nicht vorbei. Mindestens zehn weitere Vollzeitstellen müssen im nächsten Jahr weg. Dies erwähnte CEO Markus Schwab am Donnerstagabend anlässlich der Weihnachtsfeier der Belegschaft. Die Begründung liegt in den sinkenden Umsätzen und dem anhaltenden Druck auf die Kosten durch das neue Tarifmodell, wie es in einer internen Mitteilung heisst, die persoenlich.com vorliegt.

Laut der Mitteilung geht die Geschäftsleitung davon aus, dass der Abbau durch natürliche Fluktuation erfolgen wird. «Ob es zu Entlassungen kommen wird, wird die Geschäftsleitung im Frühjahr 2019 entscheiden. Bis dahin wird es keine betriebsbedingten Kündigungen geben», heisst es. Sollte es danach trotzdem zu Kündigungen kommen, würden diese quer über die gesamte Unternehmung ausgesprochen und es komme dabei der Sozialplan zu Anwendung.

Unübersichtliche Situation

Dass diese Entscheide ausgerechnet am Weihnachtsessen thematisiert wurden, hat, wie persoenlich.com weiss, bei der Belegschaft für grosse Verunsicherung gesorgt. Schwierig sei, dass bis heute völlig unklar ist, wie gross der Stellenetat für das neue Jahr tatsächlich ist. Durch die vielen freiwilligen Abgänge und internen Verschiebungen sei die Personalsituation völlig unübersichtlich.

Dieser Ansicht ist auch Thomas Paul, Mitglied der zehnköpfigen Redaktionskommission. In der Tat sei die Stimmung unter den Keystone-SDA-Mitarbeitenden volatil, es herrsche angesichts der Jobunsicherheit Besorgnis. Doch Paul sieht auch positive Signale: «Die Ankündigung ist viel zahmer als damals vor einem Jahr.» Einerseits komme bei allfälligen Kündigungen der in diesem Jahr ausgehandelte Sozialplan zum Tragen. Andererseits sei es keine Hauruck-Übung mehr wie vor Jahresfrist, sondern es werde bis im Frühling mit den Kündigungen zugewartet.

Offiziell gibt sich Keystone-SDA nicht sehr gesprächsbereit. Sprecherin Nadine Schumann-Geissbühler bestätigt die dem internen Schreiben enthaltenen Informationen. Zur Personalsituation sagt sie: «2019/2020 wird der Personalbestand zehn Vollzeitstellen weniger umfassen. Unser Personalbestand ist jedoch nicht öffentlich.»

Zwei Millionen Franken vom Bund

Darüber hinaus informierte die Keystone-SDA-Geschäftsleitung in ihrer internen Mitteilung über die zwei Millionen Franken Fördergelder bis im Jahr 2020, mit denen der Bund die Nachrichtenagentur unterstützen soll. «Der Verwaltungsrat stimmte dem Verhandlungsergebnis zum vorliegenden Leistungsvertrag mit dem Uvek, dem Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, zu», heisst es im Schreiben. Der Vertrag mit dem Bund werde in den nächsten Wochen fertiggestellt und unterzeichnet. Er könne im Einvernehmen mit dem Uvek für 2021 und 2022 verlängert werden.


 

 

 

 

 

 



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