Zweimal hat die SVP nach der Abwahl von Bundesrat Christoph Blocher der Polit-Diskussionssendung "Arena" von SF die kalte Schulter gezeigt. Jetzt sind die anderen Parteien dran. Sie wollen dem SVP-Chefstrategen am Freitag keine Plattform bieten.
Die "Arena" vom kommenden Freitag zur Frage, auf welche Themen die SVP ihre Opposition fokussiert, finde ohne die Beteiligung von aktiven Politikern der SP, FDP, CVP und der Grünen statt, wie SF am Donnerstag mitteilte. Die vier Parteien hätten der Redaktion mitgeteilt, sie seien mit der Themensetzung nicht einverstanden und wollten Blocher keine Plattform geben.
Die Arena wollte mit der SVP, konkret mit Christoph Blocher sowie Spitzenvertretern der anderen Parteien die neue Rolle der SVP diskutieren. "Arena"-Produzentin Marianne Gilgen bedauerte am Donnerstag die konzertierte Verzichtsaktion: "Die Parteien vergeben die Chance, Blocher in die Zange zu nehmen und möglicherweise Widersprüche in der Haltung der SVP aufzuzeigen".
SF lässt sich Themen nicht von Parteien vorschreiben
Für Moderator Reto Brennwald ist klar, dass sich SF von keiner Partei die Themen setzen lassen will, wie er gegenüber der SDA sagte. Das Interesse an Blochers Ausführungen zur Oppositions-Rolle im Albisgüetli sei unbestritten. 80 Journalisten hätten sich akkreditiert. Das sei für die "Arena" klar das innenpolitische Thema der Woche. Man werde sich dem Druck von Parteien nicht beugen und die Themen auch weiterhin selber setzen, ansonsten würde man "erpressbar".
Seit der Abwahl Blochers versuchen die Parteien bereits zum 3. Mal durch Absagen Einfluss auf die SF-Politsendung zu nehmen. Zweimal, kurz nach der Abwahl und letzte Woche, sagte die SVP ab, jetzt die anderen Parteien. Brennwald, der im April die Arena- Leitung von Urs Leuthard definitiv übernimmt, spricht von einer "aufgeheizten Stimmung im Rahmen der neuen Rollensuche der SVP". Er kann sich vorstellen, dass sich die Stimmung wieder normalisiere.
Eine Einmannshow wird Blocher aber trotz der Absage nicht haben. Mit Blocher diskutieren unter der Leitung von Brennwald der SP-Doyen und ehemalige Parteipräsident Helmut Hubacher sowie der neoliberale Wirtschaftsprofessor Walter Wittmann. (sda)

