Am dritten Verhandlungstag im Prozess gegen den "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) vor dem Oberlandesgericht München wird Kritik an den Arbeitsbedingungen für Journalisten laut. Die Medienvertreter dürfen den Gerichtssaal und den angrenzenden "Sicherheitsbereich" auch in Sitzungspausen nicht verlassen, ohne dass sie ihren Platz verlieren.
Am Dienstag wurden den Journalisten bei Betreten des Gerichts ihre mitgebrachten Brote und Getränke abgenommen - nach Auskunft von Justizbeamten aufgrund einer neuen Anordnung des Vorsitzenden Richters Manfred Götzl.
Nicht einmal leere Wasserflaschen durften die Pressevertreter mit ins Gericht nehmen, die sie an den Waschbecken auffüllen könnten. Zwar steht im "Sicherheitsbereich" ein Wasserspender - der war aber am zweiten Verhandlungstag schnell leer.
An der Sicherheitsschleuse kam es zu teils absurden Szenen, als Journalisten versuchten, noch schnell möglichst viel von ihren Pausenbroten zu essen. "Dass einem Wurstsemmeln weggenommen werden und leere Wasserflaschen, grenzt an Schikane", meinte die Gerichtsreporterin der "Süddeutschen Zeitung", Annette Ramelsberger.
"Spiegel"-Reporterin Gisela Friedrichsen sagte der Nachrichtenagentur dpa, sie könne nicht "ausgedörrt und unkonzentriert gute Arbeit leisten. Jeder Verteidiger würde für seinen Mandanten verlangen, dass er menschenwürdig behandelt wird". (sda)
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