04.02.2021

Unzufriedenheit bei SRF

Pannen kosten 400'000 Franken im Monat

Die Verspätungen und Pannen beim neuen News- und Sportcenter von SRF in Zürich Leutschenbach sind teuer. «SRF muss darum nicht zusätzlich sparen, es werden andere Projekte zurückgestellt», erklärt Andreas Lattmann.
von Edith Hollenstein

Der Brief, den 466 SRF-Angestellte im Dezember an die Geschäftsleitung richteten (persoenlich.com berichtete), gibt weiterhin zu reden. Wie aus einem CH-Media-Artikel vom Donnerstag hervorgeht, wird darin nicht nur die ausweichende Kommunikation kritisiert, sondern es wird auch die Frage aufgeworfen, ob «durch die Verspätung des Newsrooms tatsächlich monatlich 400'000 Franken verloren gingen»? CH Media ist dieser Frage nachgegangen und schreibt, dass diese Summe korrekt sei: «Der Betrag ergibt sich daraus, dass 30 Techniker damit beschäftigt sind, die Probleme in den Griff zu bekommen. Zudem muss das Unternehmen technisches Gerät zweimal abschreiben.» Insgesamt werde die zweijährige Verspätung des Newsrooms 10 Millionen Franken kosten.

Bei diesen Summen, so das Schreiben der SRF-Mitarbeitenden, komme die Frage auf, ob einige der rund 200 SRF-Stellen, die bis 2022 abgebaut werden müssen, hätten erhalten bleiben können. SRF betont gegenüber CH Media, dass es keinen Zusammenhang gebe zwischen den Investitionskosten für die neuen Studios und den Massnahmen aufgrund des Transformationsprojekts «SRF 2024».

Was sagt SRF dazu? Wir haben bei SRF nachgefragt, geantwortet hat Andreas Lattmann, Bereichsleiter Planung & Projekte SRF Operationen:

Bildschirmfoto 2021-02-04 um 20.55.21


Herr Lattmann, die Verspätung betrage zwei Jahre und koste 400'000 Franken im Monat respektive insgesamt 10 Millionen Franken, schreibt CH Media. Sind diese Zahlen korrekt?
Die genauen finanziellen Auswirkungen lassen sich erst am Ende des Projektes beziffern. Bei den erwähnten 400'000 Franken monatlich handelt es sich nicht um Zusatzkosten, die extra bezahlt werden müssen. Es sind Personalkosten von SRF-Mitarbeitenden, die dieses Projekt vorantreiben. Es sind dazu nicht zusätzliche Einsparungen nötig, sondern es werden andere Projekte im technischen Bereich zurückgestellt.   

Was genau ist denn aktuell das grösste Problem bei der neuen Newsroom-Technik?
SRF baut nicht nur neue Studios, sondern ersetzt einen grossen Teil der technischen Infrastrukturen. Ursprünglich wollten wir die gesamte neue Technik auf einen Schlag in Betrieb nehmen, das hat sich aber als zu komplex erwiesen. Darum mussten wir die Projektlaufzeit verlängern und nehmen die neue Infrastruktur nun schrittweise in Betrieb.  

Wie und bis wann werden die Mängel behoben?
Wie gesagt, wir haben die hohe Komplexität unterschätzt. Dank der Etappierung konnten wir inzwischen bereits einige Neuerungen in Betrieb nehmen, unter anderem das neue Video-Schnittsystem und die Produktionsflächen für den «Sportflash». Die Inbetriebnahme der neuen Studios im News- und Sportcenter dagegen ist für erste Sendungen frühestens Mitte 2021 möglich.

 

 

 



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