25.03.2014

SRG-Publikumsrat

Paralympics-Berichterstattung nur teilweise zufriedenstellend

Kritisiert wurde, dass man nichts von der Eröffnungsfeier mitbekam.
SRG-Publikumsrat: Paralympics-Berichterstattung nur teilweise zufriedenstellend

Vom 7. bis 16. März 2014 fanden in Sotschi die Paralympics statt. SRF berichtete so ausführlich darüber wie noch nie zuvor - wenn auch nicht live. Der Publikumsrat beobachtete die Berichterstattung am Fernsehen, Radio und im Internet.

Herzstück war die tägliche Sondersendung auf SRF zwei von 19.00 Uhr bis 19.25 Uhr. Die Sendung überzeugte, auch wenn sich einige Mitglieder der Beobachtungsgruppe fragten, warum die Paralympics in eine "Sondersendung" ausgelagert wurden und damit die Andersartigkeit der Behindertensportler speziell betont wurde. Es fiel aber positiv auf, dass die Moderatoren die Inhalte sachlich vermittelten und zu keiner Zeit auf die Mitleidschiene abrutschten, heisst es in der Mitteilung. Es standen stets die Leistungen der Athleten und weniger ihre Behinderung im Fokus. Dass aber ihr Handicap und der Umgang damit ebenfalls thematisiert wurden, empfand die Beobachtungsgruppe als richtig.

Einige Fragen blieben unbeantwortet 
Beiträge über Biathlon für Blinde oder Sledge-Hockey waren faszinierend und ermöglichten Einblicke in Sportarten, die einem sonst verschlossen bleiben. Die Porträts über einzelne Athleten gefielen gut. Ebenso die Tatsache, dass SRF in gleich hoher Qualität über den Behindertensport berichtete wie über klassische Sportarten. Bei den Themen Zeitmessung und den unterschiedlichsten Handicaps blieben Fragen unbeantwortet: Wie kommen die unterschiedlichen Faktoren bzw. Kompensationszeiten zustande? Wer bestimmt, in welche Gruppe ein Athlet gehört? Hier hätte sich der Publikumsrat mehr Tiefgang gewünscht.

Kritisiert wurde von einzelnen Ratsmitgliedern, dass man als Zuschauer oder Hörer von der Eröffnungsfeier der Paralympics auf SRF praktisch nichts mitbekommen hatte. Am Radio waren die Paralympics allgemein lediglich eine Randbemerkung und minimal war auch das Angebot im Internet. Auf diesen Kanälen sei von der Stimmung während der Paralympics zu wenig zu spüren gewesen. (pd)


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