Die Herausgabe einer Parodie auf die Lega-Sonntagszeitung "Il Mattino della Domenica" hat keine strafrechtlichen Folgen. Die Tessiner Staatsanwaltschaft sieht keine juristische Basis für eine Verfahrenseröffnung, wie sie am Mittwoch mitteilte. Die Behörde reagierte mit diesem Beschluss auf eine Anzeige mehrerer Privatpersonen und einer Firma gegen die Verantwortlichen einer im Oktober erschienenen falschen Ausgabe der rechtsgerichteten Sonntagszeitung. Die Verfasser hätten sich mit ihrer Parodie auf den "Mattino" der Verleumdung, Beleidigung, unlauteren Wettbewerbs und Verstosses gegen das Urheberrecht schuldig gemacht, hiess es in der Anzeige.
Die gefälschte Zeitung hatte mit üblichem Logo, aber satirischen Texten an einem Sonntag in den Verteilboxen des "Mattino della Domenica" gelegen. Inhaltlich wurden vor allem der Lega-Chef Giuliano Bignasca und seine Parteikollegen auf den Arm genommen. Doch auch Anzeigenkunden des echten "Mattino" wurden vorgeführt. Eine Woche später, unmittelbar vor den Wahlen, geriet zudem eine satirische Kopie der neuen Lega-Gratiszeitung "10 minuti" in Umlauf. Vier Woche lang blieben die Autoren unbekannt. Dann übernahmen die Rechtsanwälte Paolo Bernasconi, Alberto Agustoni, der bisherige Ständerat Dick Marty, der Geistliche Callisto Caldelari und Clown Dimitri die juristische Verantwortung. (sda)

