Rund 150 Lehrer, Politiker und Künstler im Tessin haben sich einer Kampagne angeschlossen, die die Sonntagszeitung von Giuliano Bignasca, "Il mattino della Domenica" aus den Schulen verbannen will. Am Freitag schalteten sie eine ganzseitige Anzeige in der Tageszeitung "Corriere del Ticino". Unter anderem setzten auch Ständerat Dick Marty, Künstlerin Gardi Hutter und Schriftsteller Alberto Nessi ihre Namen unter den Aufruf. Angesprochen werden sollen alle Personen, vom Direktor bis zum Lehrkörper, die im Schulbereich tätig sind. Die Sonntagszeitung "Il mattino della Domenica" sei nicht mit den Kindern zu vermittelnden Werten zu vereinbaren, heisst es im Text der Kampagne. Zwar sei es legitim, Institutionen und Politiker anderer Gesinnung zu kritisieren.
Doch der Ton des Sonntagsblatts würde sich ausschliesslich auf Bedrohung, Beschimpfung und Verhöhnung von Andersdenkenden beschränken. Heranwachsenden würde so ein völlig falsches Bild vom sozialen Umgang vermittelt. Häufig seien Frauen, Ausländer und Intellektuelle Ziel der sprachlich vulgären Angriffe. Mit dem Appell soll verhindert werden, dass die Zeitung, die per Post die Schulen erreicht, dort weiterhin ausliegt. Lehrern, die dieses Thema in Klassen diskutieren, wird gedankt. Leser werden aufgerufen, sich mit Unterschriften und eventuellen Spendenbeiträgen der Kampagne anzuschliessen. (sda)

