15.04.2020

Medienpaket

Peter Wanner kritisiert Dividenden

Knatsch unter den Verlegern: Der AZ-Verleger zeigt Verständnis für den Entscheid des Bundesrates, die Medienbranche nicht mit einem Hilfspaket zu unterstützen. Er kündigte weiter an, dass die AZ 2019 keine Dividende ausschütten werde.
Medienpaket: Peter Wanner kritisiert Dividenden
Wanner sagte, eigentlich hätte die ganze Branche dieses Jahr solidarisch auf eine Dividendenausschüttung verzichten sollen. (Bild: Keystone)

Peter Wanner, Verleger von CH Media, zeigt in der AZ vom Mittwoch ein «gewisses Verständnis» für den ablehnenden Entscheid des Bundesrates, die notleidende Medienbranche mit 78 Millionen Franken zu unterstützen.

«Die ganze Branche hätte hier solidarisch sein sollen und auf eine Dividende für das Jahr 2019 verzichten müssen. Leider ist das nicht geschehen», so Wanner. Seine Kritik richtet sich gegen die TX Group und die NZZ.

Bemerkenswert ist diese Aussage, da Wanner selbst Vizepräsident des Verbandes Schweizer Medien ist, der von TX-Group-Chef Pietro Supino präsidiert wird. Zudem sind Wanners AZ Medien zusammen mit der NZZ hälftig an CH Media beteiligt. Diese hat aber aufgrund der schwierigen Lage beschlossen, für 2019 keine Dividende auszuschütten und wandelt diese zur Absicherung der Liquidität in ein langfristiges Aktionärsdarlehen um.

Für die Zukunft sieht Wanner düster. Ohne staatliche Hilfe, so der Verleger von CH Media, käme es zu einer «brutalen Marktbereinigung», die vielleicht drei, vier Grosse überleben würden. Dies könne aber nicht im Interesse von irgendjemanden sein.

Pietro Supino verteidigt Dividendenzahlung

Im AZ-Artikel verteidigt Pietro Supino die Auszahlung der Dividende 2019. Die Divendenpolitik der TX Group sei langfristig orientiert, so der Verwaltungsratspräsident, und sehe die Ausschüttung von 35 bis 45 Prozents des jährlichen Gewinns vor.

«Wir versuchen, den legitimen Interessen aller Stakeholder gerecht zu werden», so Supino. Für das Geschäftsjahr 2020 sei aber keine Dividende vorgesehen (persoenlich.com berichtete). Wie die AZ weiter weiss, sei die Dividendenauszahlung im Bundesrat vor allem bei Bundesrätin Karin Keller-Sutter sauer aufgestossen.

Dies überrascht, war die Justizministerin lange Jahre VR-Mitglied der NZZ-Gruppe. Nicht gut angekommen sei bei einigen Bundesräten aber auch, dass grosse Verlagshäuser wie die TX Group, CH Media und die NZZ sowie die gebührenfinanzierte SRG für einen Teil ihrer Belegschaft Kurzarbeit beantragt hätten. Die Sitzung fand am 1. April statt. (ma)



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