28.03.2013

Tamedia

Pietro Supino trifft Genfer und Waadtländer Regierungsräte

Der Medienkonzern sei bereit für den Dialog.
Tamedia: Pietro Supino trifft Genfer und Waadtländer Regierungsräte

Am Donnerstagnachmittag, 28. März, trifft eine Delegation von Tamedia mit Vertretern der Genfer und Waadtländer Regierungen zusammen, wie Christoph Zimmer, Leiter Unternehmenskommunikation von Tamedia, gegenüber persoenlich.com bestätigt. Das Medienhaus kommt damit innert Tagesfrist der Forderung nach einem Treffen der Waadtländer und Genfer Regierung nach, um Rechenschaft über die geplanten Sparmassnahmen über 17,8 Millionen Franken allein für Tamedia Suisse Romande abzulegen (persoenlich.com berichtete). Wie Zimmer ebenfalls bestätigt, findet vor diesem Treffen eine Zusammenkunft mit den Chefredaktoren und Kadern der Westschweizer Medien, die zu Tamedia gehören, statt. 

An den besagten Zusammenkünften wird auf Seiten der Tamedia auch der Verwaltungsratspräsident Pietro Supino zugegen sein, sowie je drei Regierungsratsmitglieder der Kantone Waadt und Genf, wie ein Informant persoenlich.com vertraulich zutrug. Das personelle Engagement der Westschweizer Regierungen zeigt, dass sie nicht bereit sind, die angekündigten Sparmassnahmen widerstandslos hinzunehmen. Der Finanzminister des Kantons Waadt, Pascal Broulis, stellte die angepeilte Gewinnmarche von 15 Prozent, die Tamedia für alle ihre Medien formuliert, gegenüber der Schweizer Depeschenagentur grundsätzlich in Frage.

Auf die Frage, ob seitens Tamedia überhaupt ein Verhandlungsspielraum gegeben sei, weicht Zimmer aus: "Wir sind bereit für einen Dialog und werden im Treffen mit der Regierungsdelegation die Ausgangslage der Zeitungen in der Romandie darlegen." Zum Ort und genauen Zeitpunkt des Treffens mit den Westschweizer Regierungsvertretern will sich Zimmer nicht äussern, als Grund hierfür gibt er den Willen an, "einen konstruktiven Dialog" zu ermöglichen.

Zur Kundgebung der Redaktoren der "Tribune de Genève", die ihre Arbeit niederlegten, um gegen die Sparpläne zu demonstrieren, meint Zimmer, dass diese auf die Produktion der Zeitung keinen Einfluss gehabt hätten. Zimmer erkennt in den Sorgen von Westschweizer Journalisten, Medienkonsumenten und Regierungsräten auch positive Signale: "Die Sorgen über die geplanten Sparmassnahmen, die jetzt zum Ausdruck kommen, sind auch Zeichen der Wertschätzung unserer Medien in der Romandie."

Der Tamedia-Sprecher betont, dass vorerst noch über keine konkreten Massnahmen entschieden worden sei, sondern lediglich Sparziele festgelegt wurden: "Ob und wie wir diese Ziele erreichen werden, können wir heute noch nicht sagen." Die Beschlüsse würden erst in der zweiten Hälfte dieses Jahres gefällt und kommuniziert werden.

Für das Verständnis der geplanten Sparübung sei es wichtig zu verstehen, dass diese über drei Jahre, von 2014 bis 2016, umgesetzt werden sollen: "Ziel ist es 3,5 Prozent der Gesamtkosten von Tamedia einzusparen." (bn/keystone)

 

 

 


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