21.07.2011

"El Universo"

Präsident gewinnt Verleumdungsprozess

Gericht verurteilt vier Journalisten.

Ecuadors Präsident Rafael Correa hat einen Verleumdungsprozess gegen vier Journalisten gewonnen. Ein Gericht in Guayaquil verurteilte am Mittwoch drei Leitungsmitglieder und einen früheren Leitartikler der Zeitung "El Universo" zu jeweils drei Jahren Haft. Ausserdem müssen sie umgerechnet 24,5 Millionen Franken, die Zeitung weitere 8,2 Millionen Franken zahlen. Correa hatte im März Klage gegen das Blatt eingereicht, nachdem er in einem Leitartikel als "Diktator" bezeichnet worden war und ihm "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" vorgeworfen worden waren.

Der Artikel bezog sich auf einen vom linksgerichteten Präsidenten im September 2010 angeordneten Angriff auf ein Spital in der Hauptstadt Quito. Er war dort von meuternden Polizisten, die gegen Gehaltskürzungen demonstrierten, stundenlang festgehalten worden, bis ihn regierungstreue Soldatren befreiten. Bei dem von Correa als "Putschversuch" bezeichneten Vorfall waren in der Nähe des Gebäudes fünf Menschen getötet worden. Correa regiert Ecuador seit Januar 2007. Bei Neuwahlen 2009 wurde der Sozialist für vier Jahre wiedergewählt. Die politische Lage in dem 14-Millionen-Einwohner-Land ist seit langem instabil. In den vergangenen 13 Jahren wurde Ecuador von acht verschiedenen Präsidenten regiert. (sda)


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