Die Schweizerische Post und Ringier lancierten am Montag "MyNewspaper". Dabei handelt es sich um ein Angebot, bei dem sich der Leser seine persönliche Tageszeitungen aus unterschiedlichen Titeln zusammenstellen kann (persoenlich.com berichtete). Das technische Herzstück der Verlagslösung kommt von der Luzerner Previon AG. Wie genau funktioniert diese personalisierbare Tageszeitung? Persoenlich.com hat bei Charles d'Heureuse, CEO von Previon, nachgefragt:


Herr d'Heureuse, ein Leser will den Auslandteil der "NZZ", den Zürich-Teil vom "Tagesanzeiger" und die Todesanzeigen vom "Alttoggenburger" über Mynewspaper bestellen. Liefern Sie ihm eine solche Zeitung täglich um 6.00 Uhr in den Briefkasten?
Ihr Beispiel zeigt genau, worum es bei MyNewspaper geht. Bei der Anmeldung wird überprüft, ob der Leser in einem Gebiet lebt, indem die Dienstleistung schon angeboten wird. Zur Zeit sind dies Aarau, Basel, Bern, Luzern und Zürich. Somit könnte der Leser in Ihrem Beispiel die Zeitung so bestellen, sofern er in einem der erwähnten Gebiete wohnt.
Wie viel kostet dies pro Jahr?
Der Preis richtet sich nach der Anzahl Seiten, was ja bei einem persönlich zusammengestellten Abo stark variieren kann. Die Mindestgrösse ist 24 Seiten, das macht 60 Franken pro Monat. Ihr konkretes Beispiel kann ich nicht nachproduzieren, da momentan weder "NZZ" noch der "Alttoggenburger" in unserem Angebot aufgeschaltet sind.
Kann der Leser zudem jeweils donnerstags den "ZüriTipp" bekommen, am Samstag das "Magazin", sonntags den "Sonntagsblick" und immer am ersten Montag im Monat das "NZZFolio"?
Natürlich kann ein Leser Zeitungen zusammenstellen, von denen einige (z.B. das "Magazin") nur periodisch und andere täglich erscheinen. Gleiches gilt für Rubriken ("Züritipp") die nur an bestimmten Tagen erscheinen. Was nicht geht; dass der Leser selber das Muster der Erscheinung bestimmt, wenn er also z.B. den Sportteil vom Blick nur am Montag bekommen will.
Beim Beispiel: Wie werden "NZZ", "Tagesanzeiger" und der "Alttoggenburger" entschädigt?
Das Businessmodell ist Sache der Post, dazu kann ich mich nicht äussern.
Welche Verlagshäuser sind beteiligt?
Von den grossen Verlagen sind Ringier und Tamedia mit dabei. Bis heute sind 12 Verlage aufgeschaltet und laufend kommen neue dazu.
Welche quantitativen Ziele haben Sie sich mit Mynewspaper gesetzt?
Für den Markttest möchte die Post 700 Leser der Papierversion und weitere 200 für das ePaper gewinnen.

Charles d'Heureuse arbeitet seit diesem Jahr als CEO bei Previon. Previon ist eine Tochtergesellschaft von Ringier und der Systemintegrator A&F AG. Das Unternehmen zählt rund 30 Mitarbeiter. Kunden sind vor allem Medienhäuser, auch Organisationen des Handels, des Finanzwesens und der öffentlichen Hand.
Weitere Informationen finden Sie unter www.mynewspaper.ch. (eh)

