Die Printjournalisten der "Washington Post" staunten vor kurzem nicht schlecht über eine Aussage von Microsoft-Boss Steve Ballmer: Dieser nämlich sagte in einem am Donnerstag erschienenen Interview dem Printmedium den baldigen Tod voraus: "In zehn Jahren wird es keinen Medienkonsum mehr geben, der nicht über ein IP-Netzwerk abläuft", so Ballmer. Und weiter: "Es wird keine Zeitungen, keine Magazine mehr geben, die in Papierform geliefert werden. Alles wird in elektronischer Form geliefert werden."
Auch auf die Nachfrage, ob es ihm mit dieser These wirklich ernst sei, rückt Ballmer kaum von seiner Position ab: Ob es acht Jahre oder vierzehn dauere bis zum Verschwinden des Printmediums, sei irrelevant. Um die Überlegenheit der übers Netz vermittelten Informationen zu illustrieren, vergleicht Ballmer seinen eigenen Medienkonsum mit demjenigen seines Sohnes. Während dieser seine Zeit damit verbringe Online Xbox mit seinen Freunden auf der ganzen Welt zu spielen, sitze er einsam vor dem Fernseher und sehe sich ein Basketballspiel an -- ohne mit anderen Menschen interagieren zu können.
Ballmers These vom baldigen Tod des Printmediums erhält übrigens von Amazon-Gründer Jeff Bezos Unterstützung. Dieser erklärte dem "Sydney Morning Herald" unlängst, dass Amazons elektronischer Buchersatz "Kindle" weit erfolgreicher sei, als bisher angenommen. So wirke sich Kindle schon merklich auf die Buchverkäufe aus. Für die 125000 Bücher, die es sowohl als physisches Buch als auch für Kindle gebe, würde bereits zu sechs Prozent die elektronische Version verkauft , so Bezos.

