06.07.2007

DAB

Privatradios haben noch viele Hürden zu nehmen

Ob sich digitales Radio rechnet, ist ungewiss.

Am Donnerstag hat das UVEK acht Privatradios die Konzession für die digitale Verbreitung erteilt. Es könnte dies der Startschuss dafür sein, dass in der Schweiz die Einführung der DAB-Technologie rascher vorwärtsgetrieben wird. "Wir begrüssen es, dass der Bundesrat eine Entscheidung gefällt hat. Nun können wir mit Vollgas die Planung des Digitalradios in Angriff nehmen", sagt Jürg Bachmann, Präsident des Privatradio-Verbands VSP gegenüber "persoenlich.com".

Die Vertreter der Radiowirtschaft treffen sich am Freitag im DAB-Konsortium, um einen weiteren Grundstein zu legen, der dem digitalen Radio den Anschluss an das Massenpublikum ermöglichen soll. Bis die Privatradios digital auf Sendung gehen können, müssen allerdings noch einige Hürden überwunden werden. Die acht Privatstationen, die nun eine Konzession erhalten haben, werden wohl frühestens in der zweiten Hälfte 2008 ein digitales Programm ausstrahlen können. Bislang ist die Verbreitung der DAB-Empfänger gegenüber den UKW-Geräten noch vernachlässigbar gering; bloss 50'000 Geräte sind derzeit im Umlauf. Und Empfänger für das neue DABplus-Format, in dem die Privatstationen verbreitet werden, sind noch nicht einmal im Handel erhältlich.

Zudem ist derzeit noch unklar, ob sich der Einstieg ins digitale Radiozeitalter für die Privatstationen überhaupt rechnen wird. Für sie geht es vorerst darum, ein Geschäftsmodell für die digitale Verbreitung zu finden. Wie Bachmann erklärt, wird das Konsortium deshalb in einem nächsten Schritt eine technische Studie in Auftrag geben, in der die Finanzierung der DAB-Technologie sauber durchgerechnet werden soll. Erst wenn geklärt ist, wie hoch die Investitionen für die einzelnen Sender sind, wollen die Privatradios entscheiden, ob sie auf die DAB-Technologie setzen wollen -- oder nicht. Bislang trug allein die SRG die Infrastrukturkosten am digitalen Radio.

Wichtige Voraussetzung für eine rasche Einführung des digitalen Radios ist die Gründung der Betreibergesellschaft, welche künftig die Vergabe der Funkkonzessionen und den Aufbau des Sendernetzes in die Hand nehmen wird. Am Freitag soll das Konsortium die Gründung der Gesellschaft beschliessen, oder zumindest die Voraussetzungen für die Gründung schaffen. Die Federführung werden dabei die Privatradios übernehmen müssen. Laut Brancheninsidern ist vorgesehen, dass sich die SRG zu 20 Prozent an der neuen Gesellschaft beteiligt, während die beiden grossen Medienhäuser Tamedia und Ringier sich zu je zehn Prozent einbringen. Die restlichen Anteile werden an verschiedene andere Sender gehen.


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen
Neue Podcast-Folge: Jetzt reinhören