Die "NZZ" will die im November angekündigte Schliessung ihres Druckzentrums in Schlieren trotz Protesten auf Ende Juni durchziehen. 125 Angestellte verlieren damit ihren Job.
Die "NZZ"-Führung zog ein Abwehrdispositiv gegen einen möglichen Streik der Mitarbeiter auf, wie die Zeitung "Schweiz am Sonntag" berichtet: Von der "NZZ" wird derzeit täglich eine Notausgabe produziert, samstags auch von der "NZZ am Sonntag". Sie ist deutlich dünner als die Originalausgabe und würde im Fall eines Streiks bereits bei Tamedia gedruckt.
"Es ist in der Druckbranche üblich, bei grösseren Veränderungen Notfallkonzepte auszuarbeiten", bestätigt "NZZ"-Sprecherin Käser die Recherchen der "Schweiz am Sonntag". Verantwortlich für die Notausgaben ist der Leiter Blattplanung und Gestaltung.
Wer von der Redaktion involviert ist, will Käser nicht sagen. Auch weil sonst interne Spannungen aufzubrechen drohen: Während der eine Teil der Redaktion gegen das Druckerei-Aus Widerstand leistet, betätigt sich ein anderer Teil als Streikbrecher auf Vorrat. Für die einen ist das fehlende Solidarität, für andere gelebte "NZZ"-Liberalität. (lcv)

