Rund 100 Gäste, darunter viele Prominente aus der Schweizer Journalistenszene und ehemalige Weggefährten aus der "Blick"-Ära, würdigten am Mittwoch in der Herrliberger Humrigenkapelle die verstorbene Journalistenlegende. Peter Uebersax verstarb letzte Woche im Alter von 86 Jahren.
Der "Weltwoche"-Verleger Roger Köppel war mit Peter Uebersax bis zu seinem Tod freundschaftlich verbunden. Er betonte in der Einleitung seiner Rede, dass der Verstorbene in Glanzzeiten die Rolle eines "achten Bundesrates" hatte. Köppel bedauerte, dass er nie die Gelegenheit hatte, mit ihm zusammenzuarbeiten. Für Medienpionier Roger Schawinski war Peter Uebersax ein "lebenslanges Vorbild". Die beiden lernten sich bei der "Neuen Presse" kennen; Peter Uebersax war Chefredaktor, Roger Schawinski Volontär. Letzterer verriet auch, dass er 1983 die Radiolegende Heiner Gautschy für das legendäre TV- Gespräch gegen Peter Uebersax briefte. Die Folge davon: Heiner Gautschy wurde gekündigt.
Die ehemaligen Ringierkaderleute Peter Rothenbühler und Karl Lüönd betonten nochmals die Rolle von Peter Uebersax im Schweizer Journalismus. Unter seiner Führung habe der "Blick" eine Rekordauflage von 400'000 Exemplaren erreicht. Alt-Bundesrat Christoph Blocher würdigte Uebersax als "bedeutenden Schweizer", der mit seinem Journalismus viele Missstände aufgedeckt habe. Die Schweiz sei ihm zu Dank verpflichtet.
Peter Uebersax war zweimal "Blick"-Chefredaktor, 1986 wurde er trotz seines Erfolgs abgesetzt. (ma)

